Caladh Nua verzücken ihr Publikum in Werdohl

Veranstalter Gottfried Brinkmann begrüßte die Sänger der Band Calidh Nua, Lisa Butler.

WERDOHL ▪ Voilà – das war doch mal wieder ein musikalisch-kultureller Höhepunkt, den die Irlandfreunde Werdohl ihren Gästen am Samstagabend in „The old Mile“ – wie das Restaurant Thuns kurzfristig umgetauft wurde – in Kleinhammer präsentieren konnten.

Mit dem Quintett Caladh Nua (zu Deutsch: Sicherer Hafen) hatte Gottfried „Gotti“ Brinkmann eine Gruppe ins Sauerland verpflichtet, die quasi als die „Vorspeise“ für zwei weitere Konzerte gelten darf, auf die Brinkmann bereits am Samstag hingewiesen hat.

Beide Events finden im Herbst dieses Jahres statt. Am 3. November gastiert die Formation Liadan in Werdohl. Schauplatz dieses Irish Folk Concert Events ist erneut die katholische Kirche St. Michael, in der sich vor zwei Jahren bereits Moya Brennan mit einer beeindruckenden Leistung vorgestellt hatte. Der Reinerlös dieses Abends wird erneut Pater Irenäus für die Finanzierung der St. Michael-Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Der Vorverkauf beginnt offiziell im Mai.

Zuvor freilich darf sich das interessierte Publikum auf ein Gastspiel am 15. Oktober freuen, das Gottfried Brinkmann als „Sensation“ bezeichnet hat. Den Irlandfreunden ist es gelungen, die Gruppe Altan zu verpflichten. Wo sie auftritt, ist noch unklar. Vereine, Institutionen oder auch Parteien seien aufgefordert sich zeitnah Gedanken zu machen. Zur besseren Einordnung: Altan hat bereits zwei Mal im Weißen Haus vor dem US-Präsidenten Barack Obama gespielt und wurde – als besondere Ehre – auf einer irischen Briefmarke verewigt.

Aber zurück zum Samstagabend, der für alle, die es miterleben durften, ein Erlebnis war. Caladh Nua stammt aus einer der schönsten Regionen Irlands – aus dem Raum Carlow, Waterford und Kilkenny. Seit 2009 macht die Band Musik, nachdem sie sich zuvor in unzähligen Sessions gefunden hatte. Gemeinsam sind sie getragen von der Vision, wie moderne, traditionelle Musik heute klingen sollte. Selbst verfasste und komponierte Songs und überlieferte Stücke wechselten sich ab; das Publikum ließ sich schon nach nur wenigen Takten von der Musikbegeisterung der jungen Iren anstecken. Happy Songs und gefühlvolle Balladen in perfekter Aufbereitung gingen ins Ohr und ins Herz.

Im Wechsel dazu legte Caladh Nua Instrumentalstücke auf, die in ihrer Geschwindigkeit und Perfektion die Zuhörer mitrissen.

Rhythmus pur – und das ohne Schlagzeug. Aber das zeichnet nahezu alle hochklassigen Bands aus Irland aus. Jeder aus dem westirischen Quintett hat zwar seinen eigenen Stil mit eingebracht, aber in der dezenten, gegenseitigen Unterordnung lag und liegt das Geheimnis des Erfolges. Mit Eoin O’Meaehair stellte sich der Mann vor, der mit seinem Banjo den Rahmen hielt und bei seinem Fingerspiel auf den Saiten hier und da an gute alte Mississipi-Klänge erinnerte. Und auch wenn das Banjo praktisch das beherrschende Instrument war: Paddy Tutty (Fiddle und Bodhran), Derek Morrissey (Akkordeon) und Colm O’Caoimh (Gitarre) standen nie in der Gefahr, die „zweite Geige“ zu spielen.

Über allem allerdings stand mit Lisa Butler eine junge Frau, die zwar lange nur als Meisterin an der Fiddle galt aber als Sängerin einen deutlich übergeordneten Stellenwert genießen darf. Mit sentimental ausgelegter, zuweilen andächtiger und dann wieder flüsternder Stimme gab sie den Liedern die Akzente, die notwendig für die Glaubwürdigkeit der Songs sind. Lisa Butler war es letztlich, die dem Auftritt eine Note verlieh, die im Publikum das wunderbare Gefühl entwickeln ließ: Es ist ein herrlicher Abend.

Dank großzügiger Sponsoren, durch die die Irish Night finanziert wird, war es auch am Samstagabend möglich, Vereine und Institutionen mit Geldspenden zu unterstützen, wobei in den meisten Fällen – aus steuerrechtlichen Gründen – die Auszahlung bereits erfolgt war.

Stellvertretend für den Bürgerstammtisch nahm Thorsten Hänel 500 Euro entgegen. Für die Volleyball-Abteilung des TuS Versetal konnte deren Vorsitzender Manfred Klein sich ebenfalls über 500 Euro freuen. Ulrike Schiller erhielt für die Arbeit der Werdohler Tafel 800 und Pater Irenäus ebenfalls 800 Euro aus der Hand von Organisator Gottfried Brinkmann.

Von Rainer Kanbach

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