Neuer Briefwahl-Rekord

Bundestagswahl 2021: Mehr als 4000 Werdohler haben schon gewählt

Die per Briefwahl eingegangenen Stimmzettel zur Kommunalwahl werden in der Stadtverwaltung sortiert.
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Die per Briefwahl eingegangenen Stimmzettel zur Kommunalwahl werden in der Stadtverwaltung sortiert.

Für knapp 40 Prozent der Werdohler Wahlberechtigten ist die Bundestagswahl am Sonntag bereits entschieden. Genau 4394 Wahlscheine hatte die Stadt Werdohl bislang verschickt.

„Wenn alle Scheine komplett zurücklaufen, ist das eine Wahlbeteiligung von 39 Prozent“, rechnet Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel vor. Das ist ein absoluter Rekord.

Zur Bundestagswahl 2021 sind 11 194 Personen als Wahlberechtigte in die Listen eingetragen worden, bei der Wahl am 24. September 2017 waren es 11 511 Wahlberechtigte. Vor vier Jahren nutzten 3290 Personen die Möglichkeit der Briefwahl. Das sind in diesem Jahr also 1100 Wahlberechtigte mehr. Einen eindeutigeren Nachweis, dass die Briefwahl gegenüber dem sonntäglichen Urnengang bevorzugt wird, kann es wohl nicht geben.

Ist die Wahl schon entschieden?

Noch ein kleines Zahlenspiel: Betrachtet man die Wahlbeteiligung in 2017 von 67,67 Prozent und stellt die jetzt durch Briefwahl erreichte Wahlbeteiligung von 39 Prozent gegenüber, kann man fast schon behaupten, dass die Wahl größtenteils bereits entschieden in den Urnen zur Auszählung liegt. Auf dieses große Aufkommen an Briefwahlscheinen hat die Wahlleitung im Rathaus bereits reagiert. Die gut 4300 blauen Stimmzettelumschläge sind auf fünf Werdohler Briefwahlbezirke aufgeteilt.

Punkt 18 Uhr werden die fünf Briefwahlurnen in verschiedenen Räumen im Rathaus auf einen Tisch geschüttet. Fünf Wahlvorstände zu je acht Personen zählen die Briefwahlergebnisse aus. Das wird naturgemäß länger dauern als die Auszählung der 16 regulären Wahlbezirke. Drei Gründe gibt es dafür: In den Wahlbezirken teilt sich die Beteiligung auf 16 Bezirke anstelle auf fünf Briefwahlbezirke auf, die Wahlbeteiligung bei der Präsenzwahl ist geringer als die bei der Briefwahl und jeder Briefwahlumschlag muss einzeln von Hand geöffnet werden. In den 16 Wahlbezirken werfen die Wahlberechtigten die Wahlscheine ohne Umschlag in die Urnen.

Corona: Keine Ergebnispräsentation im Rathaus

Coronabedingt findet am Wahlsonntag keine Wahlergebnispräsentation im Werdohler Ratssaal statt. Das öffentliche Interesse an dieser Veranstaltung zur Bundestagswahl 2017 war allerdings gleich null. Außer den Kommunalpolitikern – die zumeist als Wahlhelfer in den Wahllokalen ihren Dienst ableisten – war damals kaum ein Bürger in den Ratssaal gekommen.

Die Werdohler Kommunalpolitiker werden sich deshalb nach ihrem Wahldienst privat treffen, die CDU kommt vermutlich im Spiegel zusammen. Das frühere Stammlokal der SPD, das Haus Werdohl, ist seit der Coronapandemie dauerhaft geschlossen. Ein Raum ist allerdings geöffnet, hier ist ein Wahllokal eingerichtet. Das Wahllokal ist das einzige der 16, das nicht barrierefrei zu erreichen ist. Insgesamt sind am Sonntag 178 Wahlhelfer im Einsatz. Bürgermeister Andreas Späinghaus ist übrigens in Urlaub außerhalb Werdohls. Wahlleiterin ist Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann.

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