Sattelschlepper wendet im Alten Dorf

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Der Fahrer des bulgarisch-dänischen Gespanns hatte sein Fahrzeug so unglücklich rangiert, dass er weder vor noch zurück kam. Die Polizei half bei der Befreiung, nur der Post-Briefkasten musste daran glauben. Er soll aber bald wieder aufgestellt werden.

[Update] Werdohl - Riesenspektakel Montag Morgen im Alten Dorf: Der Fahrer eines sehr großen Sattelschleppers mit Auflieger hatte sein Fahrzeug vor der Sparkassen-Tiefgarage festgefahren. Nur mit Hilfe der Polizei kam er wieder heraus. Der Schaden: Ein umgefahrener Briefkasten, ein gestreifter Pkw-Außenspiegel und ein abgebrochener Ast einer Eiche.

Alle paar Tage verfährt sich ein in der Regel auswärtiger Lastwagenfahrer im Alten Dorf. Die Einfahrt von der Goethestraße ist kein Problem und hält auch niemanden ab, weiterzufahren. Dabei steht dort ein Schild, das darauf hinweist, dass für Lkw keine Wendemöglichkeit besteht. 

Beim Abbiegen auf die nur in Einbahnstraßenrichtung zu befahrenden Parkplatz-Zuwegungen wird es dann für die großen Fahrzeuge aussichtslos. Es ist bereits zu erkennen, dass der Wendekreis kaum ausreichend ist, für den Rückwärtsgang ist es zu spät. Also fahren die meisten Fahrer in die Schikane ein und versuchen in der Regel, vor der Garageneinfahrt zu wenden. Die Fahrer zeigen dabei oft großes fahrerisches Können und manövrieren ihre unübersichtlichen Gefährte wieder hinaus.

Montag gegen 8.11 Uhr wurde die Werdohler Polizei vom Baubetriebshofleiter angerufen: Ein Sattelschlepper hatte sich vollkommen festgefahren. Die Polizisten hatten es mit einem 42-jährigen bulgarischen Fahrer zu tun, der eine bulgarische Zugmaschine mit einem dänischen Aufleger ins Alte Dorf gesteuert hatte. Der Mann wollte ins Gewerbegebiet Küntrop und war falsch von der Bundesstraße abgebogen. Die Weiterfahrt durch den Trog nach rechts war für ihn erkennbar unmöglich, also fuhr er nach links in die Goethestraße. Die erstbeste Gelegenheit zur Wende erschien dem Fahrer im Alten Dorf.

Als die Polizei kam, hatte der Auflieger bereits die Halterung des Briefkastens so umgebogen, dass der Kasten heruntergefallen war. Das Fahrzeug kam jetzt nicht weiter, weil ein Pkw im Wege stand. Die Polizei suchte den Halter, der Wagen wurde weggefahren. Dann geriet der Sattelzug nach Aussage eines Polizisten „ganz blöd auf die Beetfläche“, ein Ast der dort stehenden Eiche erwischte es. „Dann war er fast raus, aber es wurde bei einem weiteren Wagen noch einmal sehr eng“, schilderte der Polizist.

Die lauten „Stopp“-Rufe der einweisenden Polizistin ignorierte der Mann und fuhr weiter. Der Polizist: „Der Bulgare konnte zwar kaum Deutsch, aber das Wort ‘Stopp’ sollte international bekannt sein.“ Jedenfalls touchierte der Schlepper den Außenspiegel. Dann war auch die Fahrerin zur Stelle und konnte ihr leicht beschädigtes Auto wegfahren. Damit war der Weg frei geworden für den Bulgaren, um nach Küntrop zu fahren.

Was der Sattelschlepper geladen hatte, war nicht herauszubekommen, die Papiere waren allesamt in bulgarischer Sprache ausgestellt. Der Fahrer bekam eine Ordnungswidrigkeit wegen des Unfalls beim Rangieren verhängt, die von ihm direkt bar bezahlt wurde. 

Ein Mitarbeiter der Post nahm den Briefkasten mit und grub den Halter aus dem Boden. Die sehr beliebte Posteinwurfstelle solle bald wieder aufgestellt werden.

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