Bürgermeister antwortet auf Kritik

WERDOHL ▪ „Ich ärgere mich darüber, dass die Bürger so phlegmatisch sind. Das sage ich ganz offen,“ ärgert sich Bürgermeister Siegfried Griebsch. Einige Mitglieder des Bürgerstammtischs haben jetzt einzelne Sparmaßnahmen öffentlich kritisiert (wir berichteten). Nach Ansicht des Verwaltungschefs hätten sie sich – genauso wie alle anderen Bürger – aber im Vorfeld einbringen müssen.

Nur sehr wenige Werdohler hätten am Bürgerbeteiligungsverfahren zur Erstellung des Sparmaßnahmen-Katalogs teilgenommen. Griebsch: „Auch der Hauptausschuss tagt ja öffentlich. Dort bestehen zu Beginn und am Ende immer Möglichkeiten für jeden Bürger, sich zu äußern.“

Bezüglich des Brunnens am Alfred-Colsman-Platz sagte das Stadtoberhaupt: „Die Sinnhaftigkeit der Erhaltung dieses Brunnens sei mal dahin gestellt. Ich weiß nur, dass unsere Mitarbeiter dort ständig PET-Flaschen und Verpackungen von McDonalds heraus holen.“

Trotz all der geplanten Einspar-Maßnahmen werde die Lebensqualität in der Stadt sogar noch verbessert. Dafür sorgten die Programme zum Stadtumbau. „Und man muss doch auch mal sehen, welche Einsparungen wir nicht durchführen. Wir haben bei dem Sparpaket bewusst Maßnahmen unterlassen, die beispielsweise die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen betroffen hätten.“

Später am Tag fasste Griebsch seine Kritik noch einmal in einer ausführlichen schriftlichen Stellungnahme zusammen. Darin heißt es: „Ich habe den Berichten positiv entnommen, dass der Bürgerstammtisch sich, wie in der Vergangenheit auch, Gedanken darüber macht, wie sich die Lebensqualität in dieser Stadt verbessern lässt. Ich habe den Bürgerstammtisch in seiner Arbeit ebenso wie die Politik immer unterstützt und man kann froh sein, wenn sich Bürger um ihre Stadt kümmern. Nicht akzeptieren kann ich aber, wenn mir und den Parteien im Zusammenhang mit dem Sparpaket Arroganz, fehlende Bürgernähe und dem Bürgermeister Wortbruch vorgeworfen werden.“ Und weiter: „Ich habe seit Anfang des Jahres ständig darauf hingewiesen, dass Einsparungen vorgenommen werden müssen, dass aber auch darauf geachtet wird, die Stadt nicht kaputtzusparen. Ich begrüße es ausdrücklich, wie der Werdohler Bürgerstammtisch sich für den Erhalt der Lebensqualität in unserer Stadt einsetzt und diese auch für die zukünftigen Generationen, die dann wieder einen ausgeglichenen Stadt Haushalt vorfinden werden, erhalten will.“

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