Krisengipfel im Vereinsheim Altenmühle

Vereinen schwimmen die Felle davon

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Betretene Mienen: Michael Grünhagen (v. r.), Frank Herber und Bastian Häring hatten am Samstagnachmittag zum Corona-Krisengipfel ins Vereinsheim Altenmühle geladen.

Werdohl - Die Nachrichten überschlugen sich in den vergangen Tagen. Und Bürgermeisterin Silvia Voßloh weiß: „Das Ganze ist weiterhin dynamisch. Wir setzen uns zum Beispiel Montagmorgen im Rathaus noch einmal zusammen, um das weitere Vorgehen zu beratschlagen.“

Die Ungewissheit, wie mit dem Coronavirus umzugehen ist, trifft ganz besonders die Vereine. Deshalb kommen der Versetaler Schützenverein, der Werdohler Schützenverein, der TuS Versetal, der Musikzug Versetal, sowie der Versetaler Obst- und Gartenbauverein am Samstagnachmittag mit dem Stadtoberhaupt zusammen, um sich abzusprechen und in manchen Dingen Gewissheit zu erlangen.

Frank Herber, Vorsitzender des gastgebenden Versetaler Schützenvereins, sagt im Vereinsheim Altenmühle zur Begrüßung: „Wir sind alle betroffen als Vereine von diesem Virus.“ Er verdeutlicht: „Wir arbeiten ehrenamtlich und finanzieren uns aus den Veranstaltungen, die jetzt wegfallen.“ Die Lage könnte also dramatischer gar nicht sein. Einzig Henning Meyer, Vorsitzender des TuS Versetal, sieht die Situation ein wenig gelassener: „Wir können Gott sei Dank erst einmal von den Beiträgen unserer Mitglieder überleben.“

Der Sportverein hat folglich auch bereits sämtliche Kurse, Veranstaltungen und Turnier in nächster Zeit abgesagt. Doch Herber stellt die Frage, die sich daraus ergibt: „Was machen wir, wenn ein Mitglied beispielsweise den halben Jahresbeitrag erstattet haben möchte, weil wir keine Angebote mehr machen?“

Bürgermeisterin Voßloh verspricht, sich für die Vereine einzusetzen. Die Gelder aus den Heimatschecks könnten doch beispielsweise in eine Art Corona-Hilfe umgewandelt werden, überlegt sie laut. „Ich habe auch bereits mit zwei Bürgermeister-Kollegen gesprochen, die von der Idee angetan waren“, verriet sie. Doch ihr Vortasten bei der Landesregierung habe in diesem Punkt noch nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Andreas Schreiber, Oberst der Werdohler Schützen, gesteht: „Seit der öffentliche Bereich auch zurückgefahren wurde, habe ich eine etwas andere Haltung zu dem Thema eingenommen.“ Zuvor habe er gedacht, dass auch Großveranstaltungen noch durchführbar seien unter bestimmten Voraussetzungen wie etwa Einlasskontrollen und Sitzgelegenheiten mit ausreichendem Abstand zueinander. „Ich denke aber nun, man sollte die jetzt getroffenen Maßnahmen respektieren und unterstützen.“

Im April stehe die Frühjahrsversammlung an. Bei den Versetaler Schützen ist es im selben Monat der Irische Abend, der im Kalender steht. Und Anfang Mai folgt in Altenmühle für gewöhnlich das Hähnchen-Spektakel. All das kann nun fast sicher nicht mehr wie gewohnt über die Bühne gehen, befürchten die Schützen noch am Samstag. Michael Grünhagen von den Versetaler Schützen überlegt: „Und wenn alle Vereine ihre Termine nach hinten verschieben, findet hinterher im Herbst alles gleichzeitig statt. Dann nehmen wir uns gegenseitig die Besucher ab.“

Am Sonntagmittag macht der Versetaler Schützenverein dann Nägel mit Köpfen. Sämtliche Veranstaltungen bis Mai – inklusive Irischem Abend und Hähnchenspektakel – sind abgesagt. Es finden auch keine Vermietungen der Vereinsheime Altenmühle und Bärenstein statt. Auch private Nutzungen der beiden Heime werden unbefristet ausgesetzt.

Fest steht weiterhin: Landauf, landab wird es keine Osterfeuer geben. Voßloh unterstreicht: „Ich könnte mir aber vorstellen, dass es gleichwohl Abbrandgenehmigungen für die Veranstalter gibt, damit die Organisatoren nicht auch noch auf den Entsorgungskosten hängen bleiben.“ Die beiden Vorsitzenden der Werdohler Schützenvereine – Herber und Schreiber – bitten die Bevölkerung, ab sofort kein Brennmaterial für die Osterfeuer mehr anzuliefern.

Etwas mehr Zeit ist bis zum Werdohler Schützenfest. Doch Oberst Schreiber stöhnt bereits: „Wir haben jetzt ziemlich viel Arbeit vor uns. Wir müssen schauen, was können wir bis wann absagen? Und wann müssen wir entscheiden, ob das Fest stattfinden kann, oder nicht?“ Dann stellt er klar: „Natürlich wollen wie das Schützenfest aber nicht absagen.“

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