Bürgermeisterin besucht Firma Menshen

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Wirtschaftsförderer Bernd Mitschke besuchten Lutz Menshen in seinem Betrieb.

Werdohl -  Die Kehrseite der Medaille: „Ich muss jetzt meine Mitarbeiter besuchen“, sagt Geschäftsführer Lutz Menshen. Am früheren Standort in Blechhammer sei jeder seiner „Jungs“ mindestens einmal am Tag in sein Büro gekommen. Nach dem Umzug an die Straße Im Ohl sei mit der neuen Weitläufigkeit alles nicht mehr so familiär. „Das geht mir schwer ab“, gesteht Menshen.

Von Michael Koll

Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Werdohls Wirtschaftsförderer Bernd Mitschke treffen den Chef des Entsorgungsfachbetriebes am Freitag zum Wirschaftsförderungsgespräch. Sie erfahren: Die Firma hat nun ein Gelände mit 56 000 Quadratmetern – davon sind 25 000 Lagerfläche. Abgesehen vom Kaufpreis, erklärt Menshen, hätte das Unternehmen am neuen Standort stolze fünf Millionen Euro investiert. Alleine 2500 Container befänden sich im Besitz des Unternehmens. Doch der Geschäftsführer erläutert: „Ganz ehrlich: Der Containerdienst ist ein Zuschussgeschäft.“

Auch beim Stahlschrott sei längst nicht mehr so viel zu verdienen wie früher mal: „Der Preis ist allein in den vergangenen drei Jahren um ein Drittel gesunken.“ Dagegen sehe es momentan ganz gut aus beim Aluminium.

Beim Rundgang übers Gelände führt der Weg in die Werkstatt – laut Menshen „endlich eine beheizte“. Aus den Boxen erklingt „Looking for Freedom“ in der Version von David Hasselhoff. Zwei Mitarbeiter grüßen den Geschäftsführer fröhlich.

„Hier haben wir nun alles unter einem Dach. Das ist ein Schritt nach vorne“, sagt dieser. Wieder draußen zeigt er über das Gelände und betont, wie sehr er die eindeutige „Trennung von Müll und Schrott“ jetzt genieße. Auch sei nun „alles viel sauberer“ als am vorherigen Standort. Die Infrastruktur sei wesentlich entspannter: „Wir haben jetzt sogar einen Parkstreifen, wo morgens die Lkw-Fahrer warten.“ Wirtschaftsförderer Mitschke nickt. „Und sie haben in Zukunft hier auch Expansionsmöglichkeiten.“

So schön alles am neuen Standort sei, ein Nachbar sei ihm nicht wohlgesonnen. Dieser Anwohner beschwere sich fortwährend über eine angebliche Lärmbelästigung. Nun werde in der kommenden Woche ein Lärmgutachten von einem Fachinstitut erstellt, um die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zu überprüfen. Menshen: „Ich bin da relativ gelassen.“ Was ihn nur ärgere, sei die „mangelnde Gesprächsbereitschaft“ besagten Nachbars.

„Ich würde ja mehr Betriebsfeste machen“, sagt Menshen, „wenn ich die einmal steuerlich absetzen könnte.“ Dann lachte er und zwinkerte mit den Augen. Tatsächlich pflege er auch jetzt, wo alles im Unternehmen weiter auseinander sei, den engen Kontakt zu seinen Mitarbeitern: „Donnerstags essen wir oft eine Fleischwurst. Und freitags, wenn das Wochenende beginnt, trinken wir gerne mal ein Fläschchen Bier zusammen.“

51 Mitarbeiter beschäftige der Entsorgungsfachbetrieb aktuell. „Wir sind gewachsen in den vergangenen zwölf Jahren“, so Menshen. „Damals hatten wir bloß 28 Mitarbeiter. Heute schlagen wir aber auch die doppelte Menge um.“

Und da fahren am Tag eben auch einige Lastwagen hin und her. Deshalb graue es dem heimischen Unternehmer vor den Arbeiten an der Hangbrücke: „Wo fahren dann unsere Lkw nach Neuenrade her?“ Mitschke beruhigt Menshen einstweilen: „In diesem Jahr wird es mit der Baustelle an der Brücke definitiv nichts.“

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