Brüninghaus-Platz droht Kahlschlag

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Auch dieser kaukasische Flügel-Nussbaum steht im Zuge der Neu- und Umgestaltung des Brüninghaus-Platzes zur Disposition. Er wurde vor Jahren für viel Geld als Ersatz für eine erkrankte Ulme angepflanzt.

WERDOHL - Die Um- und Neugestaltung des Brüninghaus-Platzes ist beschlossene Sache und wird unter Berücksichtigung einiger individueller Wünsche des Werdohler Rates die Handschrift der Berliner Landschaftsplaner Geskes.Hack tragen. Noch ist bislang kein einziger Stein bewegt und kein Quadratmeter Boden umgegraben worden – da regt sich Widerstand gegen Teilbereiche der Planung. Es geht um die Bäume.

Sie sollen nach einer Mitteilung des Bürgermeisters in einer interfraktionellen, nicht öffentlichen Sitzung vom 7. November 2013 ausnahmslos verschwinden und später nach fortgeschrittener Platzgestaltung durch Neuanpflanzungen ersetzt werden. Das war zumindest aus Reihen der Politik so zu hören. Bürgermeister Griebsch kommentiert grundsätzlich nichts aus nicht öffentlichen Sitzungen, merkte dazu aber folgendes an: „Die Gestaltung des Brüninghaus-Platzes ist im Beratungsprozess. Entschieden ist noch gar nichts.“ Es gebe mehrere Optionen, eine davon sei der Kahlschlag, eine andere die teilweise Entfernung einiger Bäume. Griebsch: „Auf jeden Fall wird die Politik selbst über die endgültige Ausgestaltung entscheiden.“

Bereits die Computer-Ausdrucke, die Ende 2012 vorgestellt und veröffentlicht wurden, haben erkennen lassen, dass der Baumbestand reduziert werden sollte. Das galt vor allem für vier Hainbuchen und eine Esche am südlichen Rand des Platzes. Sie sind laut Gutachten aus dem Jahr 2012 krank. Und auch für mehrere kleine Bäume in der Nähe der Schaukästen und Sitzecke am Kornmann-Brunnen sollte es keine Zukunft geben. Nun allerdings werden auch die übrigen, recht stattlichen Bäume einbezogen. Darunter der in hiesigen Breiten eher selten anzutreffende, kaukasische Flügel-Nussbaum, der für mehrere tausend D-Mark als Ersatz für eine erkrankte Ulme angepflanzt wurde.

In der Summe gehen diese Vorstellungen einer Reihe von Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern aus fast allen Fraktionen deutlich zu weit. Tenor: Die Planer müssten in der Lage sein, die Bäume mit in die neue Gestaltung einzubeziehen. Ergebnis: Dem Bürgermeister wird noch an diesem Wochenende ein schriftlicher Antrag übermittelt, dieses Thema auf die Tagesordnung des öffentlichen Teils der nächsten Ratssitzung Anfang Februar zu setzen. Mehr noch: Hier und da war bereits die Rede davon, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, um allzu wütende Holzaktionen zu verhindern.

Vor vielen Jahren wurde in Werdohl häufig wenig fachmännisch und den eigenen Interessen untergeordnet mit Baumfällungen umgegangen. In jüngster Vergangenheit kam das aber so gut wie nicht mehr vor, bei der Stadt wird mit dem Thema jetzt sehr sensibel umgegangen. In jedem Fall wird ein Baumsachverständiger hinzugezogen und es wird immer nach Alternativen gesucht.

Von Rainer Kanbach und Volker Heyn

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