Bürgermeister feiert Dienstjubiläum

+
Reinhild Wüllner-Leisen gratulierte im Namen des Personalrats und der Belegschaft den beiden Jubilaren. Michael Grabs und Bürgermeister Siegfried Griebsch sind seit vier Jahrzehnten im öffentlichen Dienst tätig. ▪

WERDOHL ▪ Bürgermeister Siegfried Griebsch und sein Stellvertreter Michael Grabs haben am Montag ihr Dienstjubiläum gefeiert. Beide sind seit vier Jahrzehnten in der Verwaltung tätig. Zu Beginn der Laufbahn stand eine pragmatische Entscheidung.

Verwaltung oder Sparkasse? Die Antwort auf diese Frage fiel Mitte des Jahres 1971 für beide Männer gleich aus. Bei Grabs war es der nicht so strenge Kleidungskodex in der Verwaltung, der ihn letztlich ins Werdohler Rathaus führte. Für Griebsch war es „keine Entscheidung aus Leidenschaft, sondern das war einfach so“. Die Hälfte der Schulklasse wählte ebenso die gängigen Ausbildungsberufe. Der Lohn in der Lehre: 180 bis knapp 200 Mark. Vier Jahrzehnte später gehören beide zu den Spitzenverdienern im Rathaus.

Bis es soweit war, standen neben einigen Fortbildungen beim beruflichen Werdegang auch verschiedene Stationen an, die bei Grabs sich auf das Werdohler Rathaus konzentrierten, bei Griebsch von Iserlohn über Plettenberg zum Werdohler Bürgermeistersessel führten (siehe auch Info-Kasten). In der Vita der beiden Männer gibt es dabei sogar Überschneidungen. So waren beide in verantwortlicher Position im Sozialamt sowie vor allem in den Bereichen Schule, Kultur und Sport.

„Die Zeit im Sozialamt in Plettenberg hat mich geprägt“, erinnert sich der heutige Werdohler Bürgermeister. Als „interessant, aber schwierig“ beschreibt er die Zeit, in der unterschiedlichsten Menschen geholfen werden musste.

Doch nicht nur um die Sorgen und Nöte der Hilfesuchenden, sondern auch um die von Mitarbeitern wisse er durch die jahrzehntelange Verwaltungstätigkeit. Und dies käme ihm heute als Chef auch zu Gute. In dieser Rolle pflegt er eher einen kollegialen Stil. Mit Spaß an der Arbeit könne mehr erreicht werden, ist sich der Bürgermeister sicher.

Für den allgemeinen Vertreter ist es wichtig, dass an der Spitze der Verwaltung bekannt ist, was eine Entscheidung auslöst. Grabs selbst kennt Abläufe und Auswirkungen bestimmter Verfahren genau. Langweilig sei der Behördenjob ihm keinesfalls geworden. So hat er die Einnahmeseite ebenso kennen gelernt wie die Ausgabeseite der Stadtkasse. Das Sozialamtswesen ebenso wie den Jugendbereich. Aktuell sind es die Bereich Schule, Kultur und Sport sowie Service, Steuerung und Finanzen für die er verantwortlich ist. Währen der vergangenen Jahrzehnte, erlebte er ebenso wie Griebsch zugleich die Zeitgeschichte mit – von der Ankunft der DDR-Flüchtlinge bis zu den Russlanddeutschen.

Es sind aber nicht nur die Erinnerungen, die bei einem Dienstjubiläum zur Sprache kommen. Auch die Zukunft der Verwaltung gehört dazu. Als Problem erachten Griebsch und Grabs das Neue Kommunale Finanzmanagement, das Verwaltungen via Bilanz wie Wirtschaftsunternehmen führt. „Gesunde Kommunen werden in die Pleite getrieben“, moniert der Bürgermeister, der angesichts der zunehmenden Digitalisierung auch auf das Ende seiner beruflichen Karriere blickt. „Ich bin froh, dass ich in 15 Jahren nicht mehr in der Verwaltung bin.“ Sein Stellvertreter sieht sich hingegen als Pragmatiker. Er werde auch weitere Veränderungen mitmachen – wie seit Jahrzehnten. ▪ Marco Fraune

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare