Medienetat der Bücherei: Einsparung um zehn Prozent

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Auf die geplante Gebührenerhöhung für die Nutzung der Stadtbücherei im Rahmen des Stärkungspaktes Stadtdfinanzen ist Büchereilaieterin Klaudia Zubkowski schon oft angesprochen worden. ▪

WERDOHL ▪ Dass der Medien-etat der Werdohler Stadtbücherei im kommenden Jahr um zehn Prozent gekürzt werden soll, ist „nicht so dramatisch“, findet Büchereileiterin Klaudia Zubkowki. 3100 Euro sollen so ab dem kommenden Jahr im städtischen Haushalt eingespart werden, wie aus der Gesamtmaßnahmenliste zur Haushaltskonsolidierung hervorgeht.

Bisher standen Zubkowski und ihrem Team 31 000 Euro zur Verfügung, 7000 Euro für Material und 24 000 Euro für Medien. „Ich bin guter Dinge, dass ich das händeln kann“, sagt Zubkowski. In anderen Städten, wie beispielsweise in Altena, sei es um den Büchereietat wesentlich schlechter bestellt. Politik und Verwaltung hätten beim Sparpaket Augenmaß bewiesen, sagt Zubkowski und schaut zur Zeitschriftenauslage.

Die 28 Abos sollen künftig auf den Prüfstand gestellt werden. Bücher aus den Sachgebieten EDV oder Recht will Zubkowski nicht mehr in dem Umfang anschaffen wie bisher. „Die Fachliteratur ist oft sehr teuer und zu schnell veraltet“, berichtet die Büchereileiterin. Da gebe es im Internet meist bessere und schnellere Informationen.

Auch bei manchen Bestsellern, von denen die Bücherexpertin glaubt, dass sie von ihren Kunden nicht nachgefragt werden, solle künftig auf eine Bestellung verzichtet werden. „Hörbücher kaufe ich gar nicht mehr“, erklärt die Büchereileiterin und berichtet von einer treuen Kundin, die der Stadtbücherei ihre neuesten Anschaffungen nach dem Hören kostenlos überlassen würde. Auch manche Bestseller bekommt Zubkowski kurz nach deren Erscheinen gratis. Eine Seniorin überlasse die Verkaufsschlager oft der Bücherei.

In einem Bereich will die Büchereileiterin allerdings garantiert nicht sparen: Bei Kinderbüchern sowie Ratgebern für Eltern und Erzieher. Denn die Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen und die damit einhergehende Leseförderung der Kinder liegt Zubkowski besonders am Herzen.

Seit 1979 leitet sie die Stadtbücherei in Werdohl. „Ich bin es gewohnt zu sparen. Die schlechte finanzielle Lage der Stadt zieht sich schließlich schon seit Jahren wie ein roter Faden durch meine Tätigkeit“, sagt die Büchereileiterin.

Auf die geplante moderate Erhöhung der Nutzungsgebühren und der Eintrittsgelder in der Stadtbücherei sei sie schon des Öfteren angesprochen werden. 1000 Euro sollen so ab dem kommenden Jahr in die klamme Stadtkasse fließen. Konkrete Pläne, wie genau die Erhöhung aussehen solle, gibt es nach Angaben von Zubkowski noch nicht. Dazu gebe es noch keine Verwaltungsvorlage. Unter den 1852 Kunden seien etwa 800 zahlende, berichtet Zubkowski. Während für Kinder und Jugendliche keine Nutzungsgebühr fällig werde, müssen Erwachsene jährlich zehn Euro zahlen.

Angst, dass die Bücherei im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen geschlossen werden könne, habe sie nicht gehabt, sagt Zubkowski. „Wir sind erst vor drei Jahren in dieses Gebäude gezogen und der Mietvertrag läuft über 20 Jahre.“

Von Ute Heinze

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