Bücherei wird immer stärker zum außerschulischen Lernort

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Werdohl - Spaßeshalber kündigte Büchereileiterin Claudia Zubkowski im Kulturausschuss an, demnächst einen Sozialarbeiter anzufordern. Neben den üblichen Zahlen und Daten präsentierte sie den Ausschussmitgliedern auch einen Einblick in die Zusammensetzung der Besucher, die nicht in erster Linie zur Buchausleihe in die Einrichtung kommen.

Die Bücherei werde immer stärker als sogenannter außerschulischer Lernort wahrgenommen, berichtete sie. An vier PC-Arbeitsplätzen mit freiem Internet-Zugang finde sich schon lange eine hohe Zahl an Nutzern. Häufig werde auch der Drucker in der Bücherei genutzt. Seit der Drucker von den weiter entfernt liegenden Arbeitsplätzen in die Nähe des Bücherei-Büros verlegt wurde, hielte sich auch der überschüssige Druck in Grenzen. 

Häufig kämen Jugendliche, um Bewerbungen auszudrucken. Die Mitarbeiterinnen der Bücherei würden den Jugendlichen helfen und Bewerbungen Korrektur lesen. An den PCs können aus Sicherheitsgründen keine mitgebrachten Medien eingelesen werden. Bewerbungen zum Beispiel müssen am PC eigenhändig getippt werden. 

Kostenfreier Internetzugang

Seit dem Sommer wird auch der kostenfreie Internetzugang per W-Lan über einen Freifunk-Router genutzt. „Ohne dass wir da Werbung gemacht haben, hat sich das Angebot schnell herumgesprochen“, berichtet Claudia Zubkowski. Junge Leute kämen mit Handy und Tablet, um in der Bücherei an Präsentationen für die Schule zu arbeiten. In vielen Familien sei kein Drucker vorhanden. Auch so manch ein Erwachsener komme mit dem eigenen Laptop und nutze die Arbeitsatmosphäre in der Stadtbücherei, häufig seien das Studenten. Dabei spiele der Medienbestand der Bücherei durchaus eine Rolle. 

Die Stadtbücherei sei auch ein Ort für Jugendliche, die sich dort mehr oder weniger nur zum Spielen und Unterhalten aufhielten. Zur kalten Jahreszeit würde diese immer jünger werdende Klientel von Jungen und Mädchen anwachsen. „Warum die nicht ins Jugendzentrum gehen, weiß ich auch nicht genau“, so Zubkwoski. Neuere Untersuchungen ihrer übergeordneten Fachstelle hätten erkannt, dass neben dem Zuhause und der Schule beziehungsweise der Arbeit die Bücherei der „dritte Ort“ sei. Zubkowski lacht: „Solange ich denken kann, bin ich dieser dritte Ort.“ 

5000 Buch-Ausleihen weniger als im Vorjahr 

42 000 Besucher wurden im Jahr 2017 zu den 1396 Öffnungsstunden und bei 51 Veranstaltungen gezählt. 29 506 Bücher stehen in den Regalen, die 33 493 Mal ausgeliehen wurden. 7535 DVDs und CDs wurden 25 502 Mal ausgeliehen, die 309 Spiele 2635 Mal. Die Buchausleihe ist im Vergleich zum Vorjahr um 5000 Vorgänge geringer geworden.

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