Buchautor Michael Martin liest im Alt Werdohl

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Der gebürtige Werdohler Michael Martin las im Alt Werdohl aus seinem Buch „Rock ‘n’ Roll war woanders“.

Werdohl - „Gut wäre“, sagte Buchautor Michael Martin zum Ende des ersten Teils seiner Lesung in der Musikkneipe Alt Werdohl, „wenn Ihr noch mehr trinkt, weil meine Geschichten dann noch lustiger werden.“ Nach der Pause war seine deutlich spürbare Aufregung dann auch verflogen. Mit den Worten „Jetzt Ruhe im Karton. Ich möchte weiter lesen“, kehrte er aus der Pause zurück.

Zwei der neun Geschichten aus seinem Buch „Rock ‘n’ Roll war woanders“ las der gebürtige Werdohler, der heute in Großbritannien lebt, vor. Das Alt Werdohl war fast ausverkauft. Die erste Lesung, die Kultwirt Pöngse – in Kooperation mit der Buchhandlung Lesen & Ambiente – je anbot, war ein voller Erfolg.

Vom Band kam die Titelmelodie der ZDF-Hitparade, als Autor Martin die Bühne betrat. „Herzlich willkommen in meinem alten Wohnzimmer bei Pöngse“, begrüßte der Schriftsteller die Anwesenden. Warum er so oft in der Musikkneipe gewesen sei, begründet er deutlich: „Zuhause war die Musik scheiße.“

Martin trug die Brille auf der Nasenspitze. Seine Kurzgeschichten hat er mit typisch-sauerländischer, expliziter Kodderschnauze verfasst. Frivolitäten, die nicht nur Andeutungen blieben, nutzte der Autor zuhauf. Martins Stil wirkte wie eine Mischung aus Jürgen von Manger („Tegtmeier“) und Ingrid Steeger („Klimbim“).

Spitzes Gelächter, das verriet, dass das Publikum sich an eigene – sehr ähnliche – Erlebnisse nur allzu gut erinnerte, begleiteten seinen Vortrag. „Eindeutig zu viel Tupper und zu wenig Party hier“, lässt er eine seiner Figuren sagen. Aber: „Man weiß ja nie, wann so ne Büchse nochma braucht.“ Und lakonische Anmerkungen gehörten dazu: „Kurts Beerdigung wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen.“

Nach der Unterbrechung schilderte Martin, wie es dazu kommen könnte, dass eine Zeitungs-Schlagzeile „Christenverfolgung im Pfarrheim“ heißt. Dafür verantwortlich war eine Rosenmontagsfeier im katholischen Gemeindehaus mit „notgeilen Marienkäfern und besoffenen Cowboys“. Dagegen sei „Sodom und Gomorrha ein Kaffeekränzchen“. Zum Schluss erhielt der Autor zu Recht viel Applaus.

Im Rahmenprogramm spielte das Gitarrenduo MK-2 – mit Unterstützung eines Percussionisten – Instrumentalversionen von Hits wie Metallicas „Nothing Else Matters“ und „Mediterranean Sundance“ vom legendären Live-Album „Friday Night in San Francisco“ von Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía.

Von Michael Koll

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