Widerstand gegen Flächenverbrauch

Brunscheider Höhen: Initiative kämpft gegen neues Industriegebiet 

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In der Machbarkeitsstudie nimmt das geplante Gewerbegebiet „südlich Rosmart“ eine sehr deutliche Gestalt an. Das Foto zeigt links das aktuelle Gewerbegebiet Rosmart, allerdings nur mit dem Gebäude der MN Kaltformtechnik.

Werdohl - Widerstand formiert sich gegen ein neues Industriegebiet neben Rosmart auf den Brunscheider Höhen in Werdohl: Eine Bürgerinitiative will weiteren Flächenverbrauch verhindern.

Die Initiative Pro Brunscheider Höhen mit Jörg Kenter an der Spitze hat sich in nur wenigen Monaten aufgestellt – eine übersichtliche Internetseite ist bereits online, die Anlieger sind weitgehend solidarisiert, und bald gibt es eine Informationsveranstaltung für Betroffene und Verantwortliche. Die Initiative wendet sich gegen die Realisierung eines Industriegebietes, das sich südlich an das bestehende Gewerbegebiet Rosmart anschließt und im Grunde auf dem Gebiet der Brunscheider Höhen liegt. 

Städte treiben neues Gebiet voran

Die drei Städte Werdohl, Lüdenscheid und Altena haben auf eine SIHK-Studie reagiert, die einen hohen Bedarf an weiteren Flächen zur Erweiterung von Gewerbegebieten darstellt. Weil die Städte nicht die Fortschreibung des Regionalplanes abwarten möchten, haben sie durch Beschlüsse Ende vergangenen Jahres ein vorgezogenes Verfahren zur Entwicklung der Gewerbefläche Nähe Rosmart zugestanden bekommen.

Gleichzeitig wurde vor Monaten eine Machbarkeitsstudie bei einem Kölner Büro in Auftrag gegeben, das untersucht hat, wie sich ein Industriegebiet auf den Brunscheider Höhen realisieren ließe. Diese Machbarkeitsstudie liegt bislang nur der Lüdenscheider Lokalpolitik vor, in Werdohl und Altena wird sie noch den entsprechenden Fachausschüssen vorgestellt. 

Leiter der Tiefbauabteilung betroffener Anwohner

Die Männer um Jörg Kenter haben diese Machbarkeitsstudie schon durchgearbeitet und sind erstaunt, wie konkret Planungen entwickelt worden sind. Politische Beschlüsse gibt es noch lange nicht, aber die Leute der Initiative wollen so früh wie möglich die betroffenen Anlieger informieren und auf die Probleme aufmerksam machen. Wortführer der Initiative ist der Werdohler Jörg Kenter. Erster Mitstreiter ist sein Schwager und Nachbar Martin Hempel. Hempel ist allerdings auch Leiter der Tiefbauabteilung bei der Stadt Werdohl und vertritt als Anlieger von Vorderbrenge eine andere Meinung als sein Vorgesetzter bei der Stadt der Werdohl, Fachbereichsleiter Thomas Schroeder. 

Kenter und Hempel sind gegen einen weiteren Flächenverbrauch von Industrie und Gewerbe. Brachflächen in den Städten könnten zuerst genutzt werden. Sie wollen auch einen Beweis, dass weitere Gewerbeflächen überhaupt nötig sind. 

Rosmart noch nicht voll

Das Gewerbegebiet Rosmart ist nach mehr als zehn Jahren immer noch nicht voll besiedelt, Einnahmen aus Gewerbesteuern sind bislang noch nicht geflossen. Die Gestaltungsrichtlinien würden auf Druck der Industrie angepasst. „Noch so einen Klotz wie Gerhardi“ wolle man nicht auf den Höhen.

Landwirt Achim Noelle argumentiert aus noch einem anderen Blickwinkel: „Ausgleichsflächen für Industriegebiete werden der Landwirtschaft weggenommen.“ Beim bestehenden Gewerbegebiet Rosmart sei noch auf eine Einpassung in die Landschaft geachtet worden. Die Machbarkeitsstudie zeige kaum bauliche Grenzen auf: Das Gebiet liegt auf einer Geländekuppe, was darauf gebaut werde, sei weithin sichtbar. 

Diehl: "Da wird Natur zerhackt"

Oliver Diehl von der Altenaer Ortschaft Horst geht in die Vollen: „Da wird Natur zerhackt, wofür frage ich? Wir fühlen uns nicht richtig informiert.“ Zu viele Fragen seien ungeklärt, die Machbarkeitsstudie werfe den Verdacht auf, dass alles schon sehr weit gediehen sei.

Die Initiative ist unter www.pro-brunscheid.de vertreten, eine Online-Petition ist unter www.openpetition.de zu finden.

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