Brüninghaus-Platz: Ein weiteres Gutachten soll Klarheit bringen

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Mitarbeiter eines Ingenieurbüros führten am Mittwochmorgen Vermessungsarbeiten auf dem Brüninghaus-Platz durch. Die Aufnahme von Teilen des Pflasters soll Ende dieses Monats erfolgen.

Werdohl - Hält das auf dem Brüninghaus-Platz im Zuge der umfangreichen Sanierungsarbeiten 2016 verlegte Pflaster dauerhaft den täglichen Belastungen und den Anforderungen bei Großveranstaltungen stand?

Daran hat die Stadt Werdohl bekanntlich seit Sommer vergangenen Jahres Zweifel, bemängelt die Ausführung der Pflasterarbeiten und lässt den Platz seitdem nur noch fußläufig nutzen. Ein weiteres Gutachten soll in den nächsten Wochen endlich Klarheit bringen.

Im Auftrag der Stadt waren am Mittwochmorgen deshalb Mitarbeiter eines Ingenieurbüros aus Dortmund zum Brüninghaus-Platz gekommen. Um Daten für ein sogenanntes Gutachten zur Gebrauchsfähigkeit der Pflasterfläche zu bekommen, sollten noch einmal einige Steine aufgenommen werden und der darunter liegende Splitt als Bettungs- und Fugenmaterial eingehend untersucht werden.

Dahinter steckt: Die Pflasterbettung hat nicht an allen Stellen die erforderliche Dicke und die Fugenbreite des Natursteinpflasters entspricht in Teilen nicht dem Leistungsverzeichnis und den Regelwerken, sodass der Platz nach Auffassung eines Gutachters nicht gemäß seiner Bestimmung genutzt werden kann.

Steine können nicht aufgenommen werden

„Aufgrund der niedrigen Temperaturen war der Boden aber zu tief gefroren, so dass wir die Steine nicht aufnehmen konnten“, sagte Martin Hempel, Leiter der Abteilung Tiefbau, im Gespräch mit unserer Zeitung. So konnten die Mitarbeiter des Ingenieurbüros lediglich einige Vermessungsarbeiten durchführen und mussten ansonsten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Ein neuer Versuch soll in der letzten Februarwoche unternommen werden. Gelingt dieser, hofft Hempel, die Ergebnisse des ergänzenden Gutachtens Mitte März vorliegen zu haben und eine klare Aussage zur weiteren Vorgehensweise treffen zu können. Ziel bleibe es, sich mit der Baufirma außergerichtlich zu einigen und den Platz möglichst zeitnah wieder nutzen zu können. „Zuletzt waren wir in guten Gesprächen, sind deshalb zuversichtlich, eine Übereinkunft erzielen zu können“, sagte Hempel.

Sobald das ergänzende Gutachten von den Stadtverantwortlichen ausgewertet ist, sei klar, ob – und wenn ja, in welchem Umfang – Nachbesserungsarbeiten vorgenommen werden müssen. „Falls diese erforderlich sind, könnten die Arbeiten nach der Schlechtwetterphase direkt im Zeitraum April/Mai erfolgen, um den Platz hoffentlich schon im Sommer und zum Stadtfest wieder nutzen zu können“, sagte Hempel.

Im Mai vergangenen Jahres wurde der Brüninghaus-Platz offiziell eingeweiht. Damals gab es ein buntes Programm, an dem sich viele Vereine und Institutionen beteiligten.

Im Zuge des Förderprogramms Regionale 2013 war der Brüninghaus-Platz mit öffentlichen Mitteln über einen Zeitraum von etwa einem Jahr aufwendig umgebaut und die Maßnahme im Herbst 2016 abgeschlossen worden. So konnten dort unter anderem der Weihnachtsmarkt und im Mai 2017 das eigentliche Einweihungsfest stattfinden.

Untersuchungen des Baugrundes

Kurz nach der offiziellen Eröffnung tauchten bei der Stadt Zweifel an der Belastbarkeit der Pflasterfläche auf. Vertreter der Verwaltung, der verantwortliche Planer und Mitarbeiter der Baufirma nahmen deshalb im Sommer 2017 mehrfach einzelne Pflastersteine auf, um den Baugrund untersuchen zu können.

Seitdem verhandeln Stadt und Baufirma darüber, wer für die Mängel verantwortlich ist und zu wessen Lasten sie beseitigt werden müssen. Bauern- und Weihnachtsmarkt mussten 2017 deswegen auf den wenig attraktiven Platz Zur Alten Post ausweichen. Auch der Wochenmarkt kann nicht auf dem sanierten Platz stattfinden.

Jetzt stehen also noch einmal ergänzende Untersuchungen an. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Stadtverantwortlichen, dass diese den Durchbruch bei den Verhandlungen mit der Baufirma bringen.

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