Brüninghaus-Platz: Unterwelt wird auf Vordermann gebracht

Sogar Ziegelsteine hat Bauhof-Mitarbeiter Jürgen Becker am Montag aus dem Kanal im Alten Dorf gefischt.

Werdohl - „Wir wollen sichergehen, dass der Kanal noch in Ordnung ist“, betont Thomas Schmidt, Mitarbeiter der Tiefbauabteilung der Stadt Werdohl. Mit dem hochmodernen Video-Kamerasystem, das zur Ausrüstung des Kanalfahrzeugs der Nachbarstadt Plettenberg gehört, werden jetzt die Schächte untersucht, die in der Erde unter dem Brüninghaus-Platz verlaufen.

Von Carla Witt

Schon am frühen Montagmorgen hat die Kanaltruppe des Werdohler Bauhofes damit begonnen, den Kanal mit dem Spülwagen zu reinigen. Erst wenn etwaige Hindernisse beseitigt und Ablagerungen von den Rohrwänden entfernt sind, können die Plettenberger mit der Videountersuchung der Unterwelt beginnen. Bereits Anfang des Jahres hat diese interkommunale Zusammenarbeit mit den Fachleuten aus der Nachbarstadt begonnen.

Während die Werdohler nur über eine Kamera verfügen, die per Hand durch die unterirdischen Gänge geschoben werden muss, können die Plettenberger Kanalinspekteure auf das hochmoderne Video-Kamerasystem mit Eigenantrieb zurückgreifen. Der Einsatzwagen aus der Nachbarstadt verfügt über eine Lindauer Schere – eine Kamera mit Ortungssystem und verschiedenen Möglichkeiten des Vortriebs.

Eigentlich sei die Untersuchung dieses Kanalstückes noch nicht an der Reihe gewesen, sagt Schmidt. Vor dem Hintergrund der geplanten Neugestaltung des Brüninghaus-Platzes sei die Überprüfung der Unterwelt aber mehr als sinnvoll. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn die Umgestaltung des Platzes beendet wäre, der Kanal dann kaputt gehen und alles wieder aufgerissen werden müsste“, stellt die Mitarbeiter des Tiefbauamtes fest.

Zudem verläuft unter dem Brüninghaus-Platz nicht nur der Kanal – auch der dort verrohrte Bach Soppe wird in diesem Zuge überprüft. Dabei sei es – im Gegensatz zum Kanalnetz – eher nebensächlich, ob die Rohre dicht sind, durch die das Wasser fließt. „Wir müssen aber wissen, ob die Statik noch in Ordnung ist,“ erläutert Thomas Schmidt.

Circa 150 Meter lang sei das Kanalstück, dass gereinigt und überprüft werde müsse, berichtete Bauhof Mitarbeiter Thomas Niggemann. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jürgen Becker war er gestern vor Ort, um die Arbeiten durchzuführung. Aus dem Kanalschacht im Alten Dorf fischten die Bauhofmitarbeiter sogar mehrere Ziegelsteine.

Becker und Niggemann sind täglich im Stadtgebiet unterwegs. „Das Werdohler Kanalnetz ist rund 140 Kilometer lang, da gibt es immer etwas zu tun“, stellte Niggemann fest. Das Team kümmert sich auch um Sonderbauwerke, wie Regenüberläufe und Düker (Rohr-Unterführungen). Im Notfall, beispielsweise bei Starkregen, sind die Bauhofmitarbeiter auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit im Einsatz.

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