Brüninghaus-Platz: Baubeginn wohl erst im Juli

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Werdohl - Eigentlich sollte der Umbau des Brüninghaus-Platzes im April beginnen. Doch nach dem aktuellen Stand werden die ersten Bagger wohl erst im Juli anrollen. Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement der Stadtverwaltung erläuterte auf Nachfrage unserer Redaktion die nächsten Schritte.

„Gerade wird die Ausführungsplanung erstellt“, sagte Erwig. Sie werde wahrscheinlich – wie im Dezember angekündigt – bis Ende Februar fertig. Diese Aufgabe übernimmt noch das Büro Geskes.Hack, das auch die Entwurfsplanung geliefert hatte. Danach trennen sich die Wege der Werdohler und der Berliner. Mehrfach hatten die Politiker im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung Landschaftsplaner Christof Geskes kritisiert. Sie hatten ihm unter anderem vorgeworfen, sich zu wenig mit Details des Brüninghaus-Platzes auszukennen. Geskes wiederum zeigte manchmal wenig Verständnis für Bedenken und Anliegen der Werdohler Politiker.

Mit der Ausschreibung und der Bauleitung wird jetzt das Büro Finger und Partner aus Sundern beauftragt. Diese Planer werden auf der Grundlage der Ausführungsplanung das Leistungsverzeichnis ausarbeiten. „Darin sind jeder Stein und jede Bepflanzung enthalten“, erläuterte Erwig. Auch andere Details wie zum Beispiel die Entwässerung seien darin genau beschrieben. Mindestens vier Wochen werde diese Aufgabe in Anspruch nehmen, sagte der Verwaltungsmitarbeiter.

Frühestens Ende März oder Anfang April kann die Stadt also den Auftrag ausschreiben. Interessierte Bauunternehmen haben dann ebenfalls mindestens vier Wochen Zeit, sich um den Auftrag zu bewerben. Schließlich müssten sie eine Vielzahl an Preisen ermitteln, begründete Erwig diese Frist. Wie lange das Büro Finger, die Werdohler Verwaltung und die Politik brauchen, um die Angebote auszuwerten, sei nicht genau absehbar. „Es können ja eine Handvoll oder eine Vielzahl an Angeboten sein“, sagte der Bauexperte. Das jeweilige Preis-Leistungs-Verhältnis müsse geprüft und Gespräche geführt werden.

Rücksicht auf Schützenfest

Bis zu zwei Monate könne das dauern, Werdohl würde den Auftrag also Anfang Juli vergeben. Dafür sprechen noch andere Gründe: „Wir müssen auch Rücksicht auf Sachzwänge wie das Stadtfest und das Schützenfest nehmen“, sagte Peter Erwig. Das Schützenfest findet statt vom 3. bis 6. Juli, dazu kommt der Abbau der Kirmes. Soll während des Festes noch nicht gearbeitet werden, ist also mit einem Baubeginn erst Mitte Juli zu rechnen.

„Ich bin nicht glücklich damit“, sagte WBG-Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg. Schließlich hätte eigentlich das ganze Sommerhalbjahr für den Umbau genutzt werden sollen. „Jetzt kommen wir eventuell in den Winter.“ Dieser Vermutung äußerte auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Hermes. „Es sollte 2015 losgehen und auch fertig werden. Ich glaube nicht daran, dass das klappt.“ Das sei besonders unglücklich, weil die Baustelle auch den Einzelhandel und vor allem das WK beeinträchtige. „Wenn wir eine Dauerbaustelle bis Mitte des nächsten Jahres haben, dann muss sichergestellt werden, dass wir eine Entlastung des WK einplanen“, forderte Hermes.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Wershoven findet es „beachtenswert, dass wir dem Zeitplan so hinterherhinken“. Er habe immer wieder auf diesen Umstand hingewiesen. „Der Platz sollte eigentlich schon 2013 fertig sein, jetzt haben wir 2015.“ Die Frage sei, ob für die weitere Verzögerung die Architekten oder die Verwaltung. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann wollte sich zu dem Thema noch nicht äußern, weil die CDU-Fraktion sich erst in der kommenden Woche trifft. - Von Constanze Raidt

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