Tauschtag in Werdohl

Briefmarken- und Münzsammler: Große Funde sind „super selten“

+
Fleißig getauscht wurde am Sonntag im Volksbank-Gebäude beim großen Tauschtag des Briefmarken- und Münzsammlervereins Lenne-Hönne.

Werdohl – Wer träumt nicht davon? Auf dem Dachboden eine alte Briefmarkensammlung finden, die richtig was wert ist und vielleicht für den nächsten Urlaub oder ein neues Auto reicht.

„So etwas ist super selten“, dämpft der Vorsitzende des Briefmarken- und Münzsammlervereins Lenne-Hönne, Rolf Heinemann, die Hoffnung ab. „Meistens ist der Erinnerungswert höher.“ 

Der letzte große Fund, den einer vorbeigebracht hat? „Das ist bestimmt schon 15 Jahre her“, erklärt Heinemann am Sonntag beim Großtauschtag im Konferenzraum der Werdohler Volksbank-Filiale. Damals hatte jemand ein Briefmarkenheft mit Marken aus einer Kolonie aus der Zeit des 1. Weltkriegs gefunden. Das Ganze war zum Schutz in Papier eingewickelt. Das Erstaunliche: „Das Heft ist über die vielen Jahrzehnte komplett trocken geblieben und war gut erhalten.“ Auf einer Auktion habe die Sammlung gutes Geld gebracht, erinnert sich Heinemann. 

Besucher wollen wissen, was ihre Sammlung wert ist

So einen Fund gab es am Sonntag nicht. Und auch der Andrang war eher gering. Dennoch fanden einige Interessierte den Weg ins Volksbank-Gebäude an der Straße Altes Dorf. Oftmals wollten die Gäste wissen, was ihre Sammlung wert ist – und sie im Idealfall gleich bei den Sammlern verkaufen. „Häufig ist die Erinnerung allerdings mehr wert als die Marken selbst“, sagt Heinemann. 

Bei Währungen komme es gut und gerne auch schon mal vor, dass der Silberpreis höher sei, als das, was auf den Münzen als Betrag steht, berichtet Dieter Bornemann, der zahlreiche verschiedene Münzen, Briefmarken-Ordner und Bücher vor sich liegen hatte. 

Die Details müssen stimmen

Für Sammler müssten die Details stimmen. Interessant seien in erster Linie solche Münzen, die quasi frisch aus der Prägemaschine kommen. „Wenn die einmal im Portemonnaie waren, sind auf den Münzen schon viele kleine Kratzer“, berichtet Bornemann, dass der Wert damit oft dahin sei. Der Sammler stieß am Sonntag immerhin auf eine interessante Sammlung einer Frau, die er sich nun noch einmal genauer anschauen und vielleicht sogar aufkaufen möchte: Sie besteht aus mehreren hundert D-Mark-Münzen aus den Anfängen der Währung um 1950. 

Interesse bestand am Sonntag auch an Ansichtskarten aus Lüdenscheid, Plettenberg oder Werdohl, teilweise von der Jahrhundertwende um 1900. „Viele sammeln die Ansichtskarten nach Städten oder Themen“, erklärt Bornemann, der selbst mal mehr als 2000 Karten allein zu Schwimmbädern hatte. „Aber irgendwann wird alles zu viel.“ 

Die Sammler werden immer weniger

So selten wie die ganz großen Funde, sind mittlerweile auch die Briefmarken- und Münzsammler selbst geworden. Als Heinemann vor 30 Jahren mit seiner Leidenschaft zum Verein gestoßen ist, waren noch 70 Mitglieder dabei. „Heute sind wir 15.“ Jugendlicher Nachwuchs? Fehlanzeige. Und überhaupt: „Bei uns Briefmarkensammlern sind Jugendliche 60 Jahre und älter“, erklärt er. Und auch die sind rar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare