1300 Adressen ohne schnelles Internet

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Der Breitbandkoordinator des Märkischen Kreises, Sergej Rudsinski, berichtete dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung über den Stand der Internetversorgung in Werdohl.

Werdohl – Wie es um die Verasorgung Werdohls mit schnellem Internet steht, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstagabend von Sergej Rudsinski, Breitbandkoordinator des Märkischen Kreises. Demnach sind fast 2900 Adressen bereits mit Turbointernet beispielsweise von Telekom oder Unitymedia versorgt. 1285 Adressen an Lenne und Verse sind noch unterversorgt. Um das zu verbessern, gibt es unterschiedliche Förderprogramme für Gewerbe- und für Wohngebiete sowie für Schulen. Auch die Wartezeiten auf einen Anschluss ans Glasfasernetz sind sehr unterschiedlich.

Für den Breitbandausbau in den unterversorgten Gewerbegebieten Im Ohl, Bauckloh, Kleinhammer, Eveking und Altenmühle gibt es ein regionales Wirtschaftsförderprogramm, das die Verlegung eines Glasfaseranschlusses bis an die Grundstücksgrenzen ermöglichen soll. Das Investitionsvolumen beträgt rund 8 Millionen Euro, davon übernehmen das Land 4,3 Millionen und der Märkische Kreis 1,1 Millionen Euro. Die Gewerbetreibenden kostet der Glasfaseranschluss einmalig pauschal knapp 800 Euro.

 Etwa 100 Adressaten seien in den betreffenden Fördergebieten angeschrieben und auf die Möglichkeit hingewiesen worden, Anschluss an das schnelle Internet zu bekommen, sagte Rudsinski. „Der Rücklauf war bisher nicht so toll“, wies er aber auch darauf hin, dass sich das Interesse der Werdohler Wirtschaft in Grenzen hält. Dabei ist die Aussicht, die Gebiete schon ziemlich bald mit Breitband-Internetzugängen zu versorgen, recht gut. 

Die Planungen seien abgeschlossen, derzeit liefen die Gespräche mit der Stadt Werdohl, um die Trassen für die Glasfaserleitungen abzustimmen. Der Ausbau soll bis zum Frühjahr 2020 erfolgen. Auch über den Versorgungsgrad der Werdohler Schulen berichtete Rudsinski. Als einzige Schule hat bislang die St. Michael-Grundschule einen Internetzugang mit hoher Geschwindigkeit (400 Mbit/s).

Für die Albert-Einstein-Gesamtschule arbeitet die Stadt derzeit an einem eigenen Konzept. Die übrigen Schulen, darunter auch die Volkshochschule, sollen im mittlerweile sechsten Förderaufruf des Bundes an das Gigabitnetz angeschlossen werden. Den Ausbaustart sagte Rudsinski für die Jahre 2021 oder 2022 voraus. Noch unterversorgte Wohngebiete in Werdohl können nach Rudsinskis Darstellung zunächst durch den dritten Aufruf des Bundesförderprogramms mit Turbointernet versorgt werden. Das betrifft etwa 875 Adressen (ungefähr 2500 Haushalte) außerhalb des Stadtkerns, vor allem in Pungelscheid, Eveking und am Kettling. 

Der Antrag auf Förderung mit Mitteln des Bundes und des Landes liege seit dem 24. Juni bei der Genehmigungsbehörde in Berlin. Bei Bewilligung könne mit einer Fertigstellung des Ausbau bis Ende 2022 gerechnet werden. Ungefähr 220 Privatadressen können mit Mitteln aus dem sechsten Förderaufruf des Bundes versorgt werden, mit dem auch abgelegenene Gebieten an das Breitband-Netz angeschlossen werden sollen. 

Der Förderantrag für schnelles Internet auch auf diesen „weißen Flecken“ der Landkarte sei gestellt, ließ Rudsinski die Ausschussmitglieder wissen, mit einem Ausbaustart könne 2021 oder 2022 gerechnet werden. 

Ob nach dem Abschluss aller Maßnahmen mit einem schnellen Internetanschluss „an jeder Milchkanne“ zu erchnen sei, wollte SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen wissen und spielte damit auf ein Zitat von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), die im vergangenen November behauptet hatte, 5G-Mobilfunk sei „nicht an jeder Milchkanne nötig“. Versprechen wollte Rudsinski das offensichtlich nicht, aber immerhin formulierte er das Ziel der Ausbauoffensive im Märkischen Kreis: „Wir wollen für jede Adresse einen leitungsgebundenen Hochgeschwindigkeitsanschluss zur Verfügung stellen.“

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