Breitbandausbau nimmt Fahrt auf

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In weiten Teilen von Werdohl wurden bereits Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt und angeschlossen, wie hier vor zwei Jahren am Klosterweg. Bald sollen auch bisher unterversorgte Bereiche Anschluss an das Turbointernet erhalten.

Werdohl – Innerhalb des nächsten halben Jahres sollen weitere weiße Flecken von der Werdohler Landkarte mit undimensionierten Internetanschlüssen verschwinden.

Landrat Thomas Gemke hat jetzt jedenfalls Hoffnung gemacht, dass schon bald neue Glasfaserkabel an Lenne und Verse verlegt werden sollen. 

In der Sitzung des Werdohler Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung hatte Sergej Rudsinski, Breitbandkoordinator des Märkischen Ktreises, Ende September davon gesprochen, dass in Werdohl noch knapp 1300 Adressen nicht mit schnellem Internet versorgt seien. Doch er hatte den Werdohler Mut gemacht: Die Planung der Kabeltrassen sei abgeschlossen, der Ausbau solle bis zum Frühjahr 2020 erfolgen. 

Förderbescheid über 30,2 Millionen Euro

In der Sitzung des Kreistages in der vergangenen Woche hat nun Landrat Gemke diese Prognose gewissermaßen bestätigt. Der Förderbescheid des Bundes über 30,2 Millionen für den Breitbandausbau ist eingetroffen. Jetzt fehle nur noch die Zusage des Landes über 28,2 Millionen Euro. Damit könne endlich mit dem längst überfälligen Glasfaser-Ausbau für mehr als 45 000 Privathaushalte im Kreis begonnen werden, sagte er. Die Digitalisierung sowie der Breitbandausbau seien Schwerpunktthemen im nächsten Jahr. 

„In den geförderten Gewerbegebieten liegen jetzt an rund 1300 Adressen Glasfaserkabel“, bilanzierte Gemke. Gute Fortschritte mache auch der Breitbandausbau für private Nutzer. Bereits fertig ausgebaut seien Altena, Schalksmühle und Meinerzhagen. In Balve und Affeln seien mehr als 85 Prozent der Baumaßnahmen fertiggestellt. In Plettenberg-Oesterau, Neuenrade und Kierspe, so der Landrat, sei mehr als die Hälfte der Kabel verlegt. Gemke: „Bis spätestens 30. April werden auch die Glasfasertrassen in Hemer-Ihmert, Iserlohn, Plettenberg-Eiringhausen sowie in den Werdohler Ortsteilen Mitte sowie Kleinhammer verlegt sein.“ 

Ausbau längst überfällig

Nachdem am 24. Oktober der Förderbescheid des Bundes über 30,2 Millionen eingetroffen sei, fehle nur noch die Zusage des Landes über 28,2 Millionen Euro. Damit könne endlich mit dem längst überfälligen Glasfaser-Ausbau für mehr als 45 000 Privathaushalte im Kreis begonnen werden. In Werdohl können davon 875 Haushalte außerhalb des Stadtkerns, vor allem in Pungelscheid, Eveking und am Kettling, davon profitieren. Die Hausanschlüsse muss nach Gemkes Worten jeder Eigentümer selbstständig beantragen. 

Thomas Gemke: „Ich hatte schon wiederholt gesagt, dass die Verfahren viel zu kompliziert und aufwendig sind und dazu noch ständig ver- und geändert werden. Daran hat sich leider nicht viel geändert.“ Durch den sogenannten sechsten Call sei auch eine Förderung von Breitbandanbindungen von Einzellagen sowie Randbereichen außerhalb größerer Ortschaften möglich. Für diese „weißen Flecken“ sei ebenfalls ein weiterer Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gestellt. Das hatte auch der Breitbandkoornidator des Kreises so dargestellt und für Werdohl 220 Adressen aufgelistet, die davon betroffen seien. Mit einem Ausbaustart könne 2021 oder 2022 gerechnet werden, hatte Rudsinski gesagt. 

Dem Landrat geht es nicht schnell genug

Landrat Thomas Gemke geht das alles noch nicht schnell genug: „Die Abwicklung dieses weiteren Glasfaser-Projektes soll durch vereinfachte Genehmigungsprozesse seitens der Aufsichtsbehörden beschleunigt werden. Aktuell warten 18 Milliarden Euro in Berlin auf den Abruf durch noch nicht genehmigte Förderanträge.“

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