Brandschutz: Diskussion um Woge-Häuser geht weiter

Ingo Wöste: „Wir nehmen die Sorgen der Mieter ernst.“

WERDOHL -  „Wir nehmen die Sorgen und Bedenken unserer Mieter ernst, deshalb haben wir zu diesem Gespräch eingeladen.“ Das unterstrich Ingo Wöste, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Werdohl GmbH (Woge), im Vorfeld eines Meinungsaustausches zum Thema „Brandschutz beim Wärmedämmverbundsystem“.

Von Carla Witt

Ausschlaggebend für die Unterredung waren Veröffentlichungen in unserer Zeitung. Der Werdohler Stephan Sensenschmidt hatte auf einen NDR-TV-Bericht aufmerksam gemacht, in dessen Rahmen die Gefahren benannt wurden, die im Brandfall von dem Baustoff Styropor ausgehen können. Woge-Mieter Marcel Frank meldete ebenfalls Bedenken an. Er wohnt in einem der Häuser an der Feldstraße, die mit Styrodur gedämmt werden.

Ingo Wöste begrüßte gestern Vormittag im Woge-Domizil am Bahnhof besorgte Mieter, Stadtbrandinspektor Manfred Theile, Peter Erwig vom Bauamt der Stadt Werdohl, Brandschutzingenieur Gisbert Veldmann vom Märkischen Kreis sowie Woge-Bauleiter Markus Zanger. Der Geschäftsführer der Woge hatte zudem für umfangreiches Informationsmaterial gesorgt. Neben Fotos der Häuser, die energetisch saniert werden, präsentierte er den Anwesenden den besagten TV-Beitrag. Anhand der Fotos der Gebäude in Werdohl gelang es Wöste sofort einen der Vorwürfe gegen das Unternehmen zu entkräften: „Sie sehen hier, dass wir Brandschutzriegel einbauen“, betonte der Woge-Geschäftsführer.

Zudem sei die im Filmbeitrag gezeigte Brandgefahr auf den verwendeten Putz zurückzuführen: „Das ist ein mit Chemikalien getränkter Dünnschichtputz. Den verwenden wir nicht“, unterstrich Wöste und erklärte: „Wir setzen einen mineralischen Dickschichtputz ein.“ Für Anschauungsmaterial hatte der Woge-Chef gesorgt und Putzproben mitgebracht.

Dass die dicke Putzschicht auf jeden Fall die bessere Alternative sei, unterstrich Gisbert Veldmann: „Wenn der Kratzputz geschlossen ist, dann passiert nichts“, stellte der Brandschutzingenieur des Kreises fest.

Genau dieser Aspekt sorgte bei Stadtbrandinspektor Theile allerdings für eine gewisse Skepsis: „Die Oberfläche bleibt verletzlich. Es könnte zu Abplatzungen kommen“, sagte er. Je nachdem, wie groß diese Beschädigungen seien, könnten die Flammen im Brandfall doch noch an das Styrodur gelangen. Das wollte auch Gisbert Veldmann nicht ausschließen. „Der Putz könnte beschädigt werden, wenn zum Beispiel ein Fahrrad angelehnt wird.“

Allerdings betonte Veldmann, dass sich die Woge selbstverständlich an alle Brandschutz-Verordnungen halte. Peter Erwig ging noch einen Schritt weiter: „Die Woge macht mehr für den Brandschutz als eigentlich notwendig ist“, stellte der Mitarbeiter der Stadt Werdohl fest. Beispielsweise werde zur Dämmung der Kellerdecken Mineralwolle eingesetzt.

„Das wollen wir unbedingt“, betonte Woge-Bauleiter Manfred Zanger. Schließlich sei eine brennende Styropordecke sehr gefährlich für die Bewohner der Wohnungen: „Das Material tropft brennend herunter.“ In diesem Zusammenhang appellierte Ingo Wöste an alle Woge-Mieter: „Wenn sie noch Styropordecken in ihrer Wohnung haben, dann entfernen sie diese unbedingt.“

Dass der Wohnungsgesellschaft die Sicherheit der Mieter am Herzen liege, werde zudem durch eine weitere Maßnahme bewiesen: „Bereits seit 2009 haben wir unsere Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet. Obwohl das nicht vorgeschrieben ist“, betonte Wöste.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare