Borbecke-Ruine: Behörden schalten sich ein

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Die Männer der Bauunternehmung Ossenberg reißen die Häuser Borbecke 5 und 7 ab, bis zum Ende dieser Woche soll alles auf der Erde liegen.

Werdohl - Wer wann auf wen reagiert hat, ist nicht genau nachzuprüfen. Die Siedlergemeinschaft Borbecke verbucht ihre Protestaktion gegen das verwahrloste Grundstück am Eingang des Wohnviertels als Erfolg.

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt berichtete am Montagabend im Hauptausschuss, dass mit einem Behördentermin in der Borbecke Lösungen erarbeitet werden sollen. Vertreter von SPD und WBG hatten vorher mehrfach die Verwaltung darauf gedrungen, etwas gegen die als Schandfleck empfundene Ruine zu unternehmen. 

Kerstin Nordengrün, Antje Klittich, Detlef Nordengrün und Erik Klittich von der Siedlergemeinschaft Borbecke hatten sich Ende März vor den Trümmerhaufen auf dem Grundstück ihres Nachbarn gestellt und die Daumen nach unten gesenkt. Sie wollten damit auf die ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustände auf dem Grundstück hinweisen. Das Haus war nach einem Lkw-Unfall im September 2015 zusammengestürzt. Das Gelände verwahrlost, der Eigentümer hat mehrfach erklärt, dass er auf dem Gelände wieder neu bauen wolle. 

Erfolg der Daumen-runter-Aktion?

Antje Klittich als Vorsitzende der Siedlergemeinschaft ist vom Erfolg der Daumen-runter-Aktion überzeugt. Auf Nachfrage der Redaktion sagte sie, dass das Ziel erreicht worden sei: „Wir haben eine große Welle geschoben, jetzt hat sich offensichtlich was bewegt, das wollten wir erreichen.“ 

Der Eigentümer des Grundstücks an der Borbecke-Kurve hat offensichtlich auch gestalterische Absichten. Alle paar Tage verändert er die Optik an seinem zusammengefallenen Haus. Jetzt soll ein Behördentermin klären, wie man dem Trümmerhaufen beikommen kann.

Auf die Aktion hin habe es negative und positive Reaktionen gegeben. Ein Siedlermitglied hätte sich von der Aktion distanziert. Kerstin Nordengrün habe das Gespräch mit der Familie gesucht, sei aber zurückgewiesen worden. WBG-Ratsherr Volker Oßenberg habe den Siedlern seine Unterstützung angeboten. Sprecher von WBG und SPD hatten während der Sitzung des Hauptausschusses nachgefragt, was die Verwaltung gegen den „Schandfleck“ am Ortseingang im Versetal unternommen habe. 

Situation soll verbessert werden

Nach Vorhaltungen von Jürgen Henke (SPD) und Torsten Hänel (WBG) erklärte Fachbereichsleiter Schmidt, dass gemeinsam mit verschiedenen Behörden des Märkischen Kreises versucht werden soll, die Situation in der Borbecke zu verbessern. Schmidt: „Wir wollen einen Blick darauf richten, ob wir an dieser Stelle irgendwie eingreifen können.“ Auch die Polizei werde dabei sein. Das Gespräch soll auch mit dem Eigentümer geführt werden. Bei der Stadt hatte man auch die Diskussion im Internet über die Siedler-Aktion wahrgenommen. 

Die baufälligen Ruinen Borbecke 5 und 7 auf der gegenüberliegenden Seite werden in diesen Tagen im Auftrag der Stadt abgerissen. Das Gelände an der Verse wird anschließend renaturiert.

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