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Bombensuche an der Baustelle

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Von: Volker Heyn

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Fundament ist fertig
Am Bau des ersten Widerlagers für die Behelfsbrücke wird mit relativ hohem Personaleinsatz gearbeitet. Das Fundament ist fertig, mit der Verschalung samt Moniereisen geht es stetig in die Höhe. © Heyn

Nach vielen Jahren des Stillstands und zeitlicher Rückschläge geht es seit einigen Wochen richtig gut voran auf der Baustelle zur Errichtung einer neuen Lennebrücke.

Wenn nicht völlig überraschend Bombenreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, dürften die Arbeiten trotz der ganz langsam einsetzenden kalten Jahreszeit eine gute Entwicklung nehmen.

Mit dem Bau des ersten Widerlagers auf der Seite von Pumpen Brinkmann für die Behelfsbrücke wurde erst vor knapp zwei Wochen begonnen, optisch ist das Bauwerk schon sehr weit gediehen. Das Fundament ist gegossen und ausgehärtet, an den Verschalungen und Moniereisen wird gearbeitet, so dass die Mauern relativ zügig an Höhe gewinnen.

Ergebnisse der Beprobung stehen noch aus

Vor diesem Widerlager ist in die Lenne eine Art Insel aufgeschüttet worden, hier stecken in sehr geringem Abstand zueinander Plastikrohre. An diesen Stellen sind mehrere Meter tiefe Kernbohrungen vorgenommen worden, um den Boden auf Kampfmittelreste aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen. Eine erste Sichtprüfung hat nichts ergeben, die endgültigen Ergebnisse der Beprobung stehen aber noch aus. Ein paar Meter weiter waren für das Widerlager ebensolche Untersuchungen vorgenommen worden, mit negativem Ergebnis.

Schild Fertigstellung Lennetalbrücke
Jahrelang tat sich gar nichts an der Lennebrücke, jetzt ist das Datum der Fertigstellung Mitte 2025 für alle sichtbar aufgeschrieben. © Heyn

Auf diesem zweiten Fundament auf der Lenneinsel wird ein Bauwerk entstehen, auf dem die vom Bund ausgeliehene Stahlbrücke aufliegen wird. In einem vermutlich spektakulären „Taktschiebeverfahren“ werden die einzelnen Segmente der Stahlbrücke von dieser Seite aus über die Lenne gedrückt. Bis es soweit ist, muss natürlich noch das Widerlager auf der gegenüberliegenden Uferseite gebaut werden. Hier hat die Baufirma Rempke aus Hagen zunächst den Baugrund vorbereitet. Die Bombensondierung steht hier auch noch aus. Dort sollen zudem noch Spundwände installiert werden. Hierbei handelt es sich um Stahlwände, die ähnlich ausgeformt sind wie Wellbleche und die dazu dienen, einen Wassereintrag in die Widerlager und den Unterbau zu verhindern. Dieser so genannte Kolkschutz ist allerdings nur auf der Ütterlingser Uferseite notwendig

Ampelregelung fällt weg

Außerdem soll noch ein Spundwandkasten im Flussbett der Lenne entstehen, wo die Behelfsbrücke auf einem zusätzlichen Pfeiler aufliegen wird.

Mittlerweile ist auch sehr gut erkennbar, wo die Zuwegungen für die Behelfsbrücke liegen werden und wie der Verkehr übergangsweise über die Stahlbrücke geführt werden soll. Das Behelfsbauwerk wird bekanntlich so stabil ausgeführt, dass sie auch von Lkw im Begegnungsverkehr genutzt werden kann. Die seit mehr als sieben Jahren bestehende Ampelregelung wird dann für immer wegfallen.

Behelfsbrücke könnte im März fertig gestellt sein

Die Männer von Rempke sind so gut im Plan, dass davon ausgegangen wird, die Behelfsbrücke im März in Betrieb nehmen zu können. Ab Dezember werden parallel zu den Betonarbeiten auch erste Stahlbauarbeiten für die Behelfsbrücke „SSL80“ stattfinden. So eine Brücke wurde beispielsweise in Meinerzhagen an der Bundesstraße 54 eingesetzt. Baufirmen wie Rempke haben damit viel Erfahrung. Gut zwei Monate sollen später die Stahlbau-Arbeiten dauern, für die auch zum Ende ein spezieller 500-Tonnen-Kran zum Einsatz kommen muss.

Sobald freie Fahrt auf der Behelfsbrücke herrscht, wird mit dem Zersägen der bisherigen Lennebrücke begonnen.

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