Polizei fehlen Zeugenhinweise

Bombendrohungen gegen die Volksbank: Wird der Täter nie gefasst?

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Die Polizei musste seit Oktober vergangenen Jahres vier Mal das Volksbank-Gebäude in Werdohl durchsuchen. Zuvor gab es jeweils eine telefonische Bombendrohung gegen das Geldinstitut.

Werdohl – Vier telefonische Bombendrohungen gab es seit Oktober vergangenen Jahres gegen die Werdohler Filiale der Volksbank Südwestfalen, drei davon in einem zeitlich sehr kurzen Abstand zwischen dem 10. und 21. Juli.

Knapp zwei Monate nach dem bislang letzten Drohanruf könnte es nun darauf hinauslaufen, dass der Täter niemals ermittelt wird. 

„Denn leider sind bei uns keine verwertbaren Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen“, sagte Polizeisprecher Marcel Dilling am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion. 

Anrufe kamen aus Telefonzellen in Werdohl

Für die Bombendrohungen am 10., 16. und 21. Juli hatte die Polizei jeweils ermitteln können, aus welcher Telefonzelle in Werdohl der Anruf bei der Volksbank eingegangen war und deshalb bei der Suche nach dem Täter auf Hinweise aus der Bevölkerung. Diese blieben bislang jedoch aus. „Deshalb fehlen uns derzeit die Ansätze für weitere Ermittlungen, sodass es durchaus sein kann, dass das Verfahren irgendwann eingestellt wird, weil kein Täter ermittelt werden konnte“, sagte Marcel Dilling. 

Nach allen vier Drohanrufen war das Volksbank-Gebäude an der Straße Altes Dorf, in dem sich neben der Filiale des Geldinstitutes auch mehrere Wohnungen befinden, jeweils durch ein Großaufgebot der Polizei geräumt und anschließend durchsucht worden. Verdächtige Gegenstände oder gar eine Bombe fanden die Beamten dabei nie. 

Mehr als ein halbes Jahr vergeht

Nach dem ersten Drohanruf am 31. Oktober 2019 war zunächst mehr als ein halbes Jahr vergangenen, bis sich am 10. Juli erneut ein Anrufer bei der Volksbank Südwestfalen meldete und sagte, dass sich in der Werdohler Filiale eine Bombe befinde. Hier konnte die Polizei ermitteln, dass der Anruf von der Telefonzelle an der Freiheitstraße in Werdohl erfolgt ist. Von dort hatte der Täter sogar Sichtkontakt zum Volksbank-Gebäude im Alten Dorf. Die Polizei ließ an dieser Telefonzelle Spuren sichern. Konkrete Hinweise auf den Täter ergaben sich aber auch daraus nicht. 

Aus dieser Telefonzelle an der Freiheitstraße in Sichtweite der Bank kam einer der Drohanrufe.

Auch für die Drohanrufe am 16. Juli, der sich neben der Filiale in Werdohl auch gegen die Volksbank-Hauptstelle in Lüdenscheid richtete, die deshalb ebenfalls evakuiert werden musste, und am 21. Juli, weiß die Polizei, von wo angerufen wurde. Hier nutzte der Täter jeweils eine Telefonzelle am Friedrich-Keßler-Platz, die ebenfalls nur einen Steinwurf von der Bank entfernt ist. Für den bislang letzten Anruf am 21. Juli konnten die Beamten sogar ermitteln, dass der Anruf exakt um 9.20 Uhr erfolgte. Gesehen hat den Täter dabei jedoch offenbar niemand, denn Hinweise gingen bei der Polizei auch nach Bekanntgabe dieser konkreten Zeitangabe nicht ein. 

Polizei nimmt weiterhin Hinweise entgegen

Falls sich Bürger für einen dieser Tage doch noch an verdächtige Personen oder Geschehnisse im Umfeld der Telefonzellen oder der Bank erinnern, nimmt die Polizei in Werdohl diese Hinweise weiterhin unter der Rufnummer 02392/93990 entgegen.

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