Viadukt-Sanierung: Bahn vertröstet Heimatverein

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Udo Böhme ist neuer 2. Vorsitzender, Rüdiger Schmale dafür Beisitzer des Heimat- und Geschichtsvereins; Heiner Burkhardt wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt (von links).

Werdohl - Heiner Burkhardt bleibt Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Als 2. Vorsitzender steht ihm fortan der bisherige Beisitzer Udo Böhme zur Seite. Dessen Amtsvorgänger Rüdiger Schmale rückt ins zweite Glied und fungiert künftig als Beisitzer.

Verwaltungsmitarbeiterin und Vereinsmitglied Reinhild Wüllner-Leisen teilte ihnen Neuigkeiten im Hinblick auf das Ütterlingser Viadukt mit. Die Deutsche Bahn hatte ihr zunächst zugesichert, das Viadukt 2019 vom Wurzelwerk zu befreien.

Am Donnerstagnachmittag erhielt Wüllner-Leisen eine E-Mail vom DB-Mitarbeiter Christoph Giese. Darin schrieb dieser: „Auf Basis der Bauwerksinspektion unseres Anlagenverantwortlichen und Fachbeauftragten ist entschieden worden, die Wurzelentfernung der Vegetation nicht wie mitgeteilt auszuführen, da diese den Bauwerkszustand verschlechtern würde, sofern nicht direkt eine Fugensanierung erfolgen würde.“ Weiter teilt der Bahn-Zuständige mit: „Nach aktuellen Planungen wird sich der Baubeginn aufgrund vorab erforderlichen Planungen, Abstimmungs- und Genehmigungsprozessen in das Jahr 2021 verschieben.“

Giese versichert jedoch: „Sollte sich der Bauwerkszustand zwischenzeitlich verschlechtern, werden wir geeignete Instandhaltungsmaßnahmen ergreifen.“ Die Vereinsmitglieder nahmen diese Neuigkeiten resigniert zur Kenntnis.

Der neue und alte Vorsitzende Burkhardt hielt seinen Jahresbericht. Er erinnerte an eine gemeinsame Veranstaltung mit der Kunstwerkstatt im Bahnhof (Kuba) zum Internationalen Museumstag am 22. Mai. „Es macht Spaß, zu sehen, wie Kinder sich die Exponate ansehen“, resümierte Burkhardt. Zwei Mal im Laufe der zurückliegenden zwölf Monate hatte Peter Kölsche einen Vortrag über Alt-Pungelscheid gehalten. Beide Male mussten aufgrund des riesigen Andrangs noch weitere Stühle herbeigeschafft werden.

Bei einem Ausflug hatte der Heimat- und Geschichtsverein im Sommer das Neandertal-Museum in Mettmann besucht und in Düsseldorf eine Schifffahrt im Medienhafen unternommen. Am Tag des offenen Denkmals am 1. September wurde der Ahe-Hammer illuminiert und sehr gut besucht. Mehr als 100 Besucher kamen am 21. Oktober zur Museumsnacht mit Konzert. Am 26. Oktober wurde ein Film über Zwangsarbeiter in Werdohl präsentiert. Burkhardt blickte zurück: „Dieser war sehr beeindruckend und ließ mich erst einmal nachdenklich und schweigend zurück.“

Der Vereinsvorsitzende lobte auch die Geschichtsbummel-Aktivitäten von Udo Böhme und Andreas Späinghaus, die 2016 von insgesamt 151 Teilnehmern in Anspruch genommen worden waren. Auch das Stadtmuseum erfreue sich weiterhin großer Beliebtheit. Häufig kämen Grundschulklassen zu Besuch. Burkhardt teilte erfreut mit: „Die Kinder gehen aus dem Museum heraus und sagen: ‘Mensch, da gehe ich mit meinem Vater noch einmal hin’.“

Weiterhin erreiche der Heimat- und Geschichtsverein im Internet mit seiner Facebook-Seite 450 Abonnenten. „Darauf können wir stolz sein“, war sich der Vorsitzende sicher. Ebenso begeistert zeigte er sich vom Erfolg des Jahreskalenders mit historischen Fotos, der „von mehr als 400 Menschen gekauft“ worden sei. Der Verein habe aktuell 90 Mitglieder.

 Kassierer Reiner Gumz teilte dann mit, dass im zurückliegenden Jahr ein kleines Kassenplus erwirtschaftet werden konnte. Für 2017 kündigte Vorsitzender Burkhardt folgende Vorhaben an: Zunächst solle die Werdohler Industriegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts aufgearbeitet werden.

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