Ehrenamt

Ein Blick hinter die Kulissen der Blutspende

+
200 Brötchenhälften werden von den Helferinnen geschmiert und belegt. Auch die Kaffeemaschine ist bereits im Einsatz.

Werdohl - Acht Mal im Jahr können Werdohler ihr Blut spenden, um anderen zu helfen. Hinter den Terminen steckt oft eine Menge Arbeit. Ein Blick hinter die Kulissen.

„Es muss nach Waffeln riechen, das gehört einfach dazu“, sagt Silvia Linnhoff und lacht. Einige Male habe sie die Waffeln zuhause gebacken, um sie dann den Blutspendern in der Freibadgaststätte "Bei Laki" zu servieren. „Aber das war einfach nicht so, wie es sein soll.“

Sieben Jahre ist es her, dass die Werdohlerin Silvia Linnhoff als Helferin rund um die Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes eingestiegen ist.

Inzwischen organisiert sie – gemeinsam mit Ella Schweitzer, die bereits seit zwölf Jahren dabei ist – die Verpflegung der Menschen, die sich Blut abzapfen lassen, um anderen zu helfen.

Inge Scheumann, Silvia Linnhoff, Peter Helmecke, Erika Fleischer, Anne Einighammer, Brigitte Schlotmann und Ella Schweitzer (von links) sind ein eingespieltes Team.

Und das ist eine Menge Arbeit, die insgesamt acht Blutspendetermine jährlich werden immerhin von jeweils circa 95 Personen wahrgenommen. „Von uns aus könnten es aber gerne noch mehr sein“, stellt Silvia Linnhoff fest.

Die Helferinnen sind bereits eineinhalb Stunden vor dem Termin da

Am Spende-Tag kauft die Werdohlerin jeweils 100 Brötchen und ein Brot. Ella Schweitzer besorgt Butter, Wurst und Käse. „Süße Sachen, wie Marmelade, brauchen wir nicht. Es gibt schließlich Kuchen und Waffeln“, sagt sie. Für Letztere ist Inge Scheumann zuständig. Sie steht traditionell am Waffeleisen und sorgt laufend für duftenden Nachschub.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Bei jeder Blutspende tischen die Helferinnen zehn selbst gebackene Kuchen auf.

Etwa eineinhalb Stunden bevor die ersten Spender „Bei Laki“ in Ütterlingsen eintrudeln, kommen dort alle ehrenamtlichen Helferinnen zusammen. Neben den genannten sind das Anne Einighammer, Monika Strohschein, Karin Filitz, Brigitte Schlotmann und Erika Fleischer.

Es gibt viel Arbeit: Brötchen und Brote müssen geschmiert und belegt, die Tische gedeckt werden. Die Waffeleisen müssen angeschlossen, die Kuchen geschnitten und zum Servieren vorbereitet werden. Circa zehn Stück – runde und Blechkuchen, vom Apfelstreusel bis zur Donauwelle – backen die Helferinnen vor dem jeweiligen Termin.

Inge Scheumann ist die Expertin am Waffeleisen. Pro Spende-Termin werden zwei große Portionen Teig benötigt.

Mindestens zwei große Maschinen Kaffee – das sind jeweils circa fünf Kannen für den Hausgebrauch – schenken die Werdohlerinnen im Laufe des Nachmittages aus. Für Kaltgetränke sorgt das Team des DRK-Blutspendedienstes.

Bevor es richtig losgeht, bekommt die Damen-Riege noch Verstärkung: Peter Helmecke, sozusagen der Hahn im Helfer-Korb, ist pünktlich zur Stelle. Er hat ein Auge auf alle jene, die gerade gespendet haben.

Spender sind schon häufiger umgekippt

Helmecke achtet darauf, dass sich die Spender Zeit zum Ausruhen gönnen, und, dass sie vor Ort essen und trinken. „Damit keiner umkippt, das ist schon öfters passiert“, weiß Helmecke. Lächelnd erzählt er, dass er Erstspendern auch schon einmal Mut zugesprochen hat: „Ich habe bei einer Blutspende auch schon Händchen gehalten.“

Während sich das DRK-Team und Helmecke in dem mit Liegen ausgestatteten Raum aufhalten, begrüßen Silvia Linnhoff und Ella Schweitzer die Spender im Eingangsbereich, erfassen deren Namen und messen die Körpertemperatur.

Silvia Linnhoff mit der süßen Spender-Belohnung.

Die anderen Helferinnen servieren Kaffee, Kuchen, Waffeln und Brötchen, räumen Tische ab und die Spülmaschine ein. Besonders eifrige Spender ehrt Silvia Linnhoff mit Urkunden und kleinen Geschenken. Jeder, der zur Ader gelassen wurde, wird von Ella Schweitzer mit einer Tafel Schokolade belohnt.

„Das Schöne ist, dass man hier alle kennt. Es ist wie in einer großen Familie“, beschreibt Silvia Linnhoff die Atmosphäre während eines Spendetermins. Das wüssten nicht nur die Helfer, sondern auch die Spender zu schätzen.

„Einige Werdohler Geschäftsleute gehören zu unseren treuen Spendern. Sie kommen nach Feierabend und trinken hier dann im Anschluss auch mal einen Kaffee zusammen“, verrät Silvia Linnhoff.

Ein Großteil der Werdohler nimmt die Termine auch nach dem Umzug wahr

Das gesamte Helfer-Team ist froh, dass der größte Teil der Werdohler trotz des Wechsels vom Evangelischen Gemeindehaus in der Stadtmitte zur Freibadgaststätte die Termine weiterhin wahrnimmt.

Der Umzug war vor zwei Jahren erforderlich geworden, weil das Blutspende-Team aus Hagen die gesamte Ausstattung nicht mehr mit mehreren Lieferwagen, sondern einem 10-Tonner zum Einsatzort bringt. In der Stadtmitte wäre die Anlieferung mit einem solchen Lastwagen aber nicht möglich gewesen.

„Wir merken schon, dass die Anreise für einige treue Spender, die kein Auto besitzen, jetzt nicht mehr so einfach ist“, stellt Silvia Linnhoff fest. Gerade deshalb rührt sie die Werbetrommel: „Blutspenden tut wirklich gut. Das sollte jeder gesunde Mensch selbst ausprobieren.“

Die nächsten Blutspendetermine in der Freibadgaststätte "Bei Laki", Ütterlingser Straße 57, sind für Januar geplant: Dienstag, 8. Januar, von 14.30 bis 19 Uhr, und Montag, 14. Januar, von 15.30 bis 20 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare