Go-Music: Facettenreicher Ohrenschmaus

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Ganz unterschiedliche Charaktere auf derselben Mission: Martin Engelien, Clown und Rampensau, bestaunte die gitarristischen und sanglichen Fähigkeiten Vanesa Harbeks, die den Applaus ihres Mitstreiters und der Fans eher verlegen entgegennahm.

Werdohl – Anders als sonst, vielseitig, mitreißend, dargeboten von vier ganz unterschiedlichen Charakteren: Das Go-Music-Konzert am Samstagabend in der Musikkneipe Alt Werdohl war wieder einmal ein Ohren- und Augenschmaus.

Star des Abends war Vanesa Harbek. Die Gitarristin und Sängerin aus Buenos Aires sprach nicht nur gut Deutsch, sie sang auch noch jedes Lied auf einer anderen Weise, jedoch stets einzigartig und passend. „Chain of Fools“ von Aretha Franklin offenbarte: Harbek hat reichlich Straßendreck eingeatmet. Das Ergebnis ist eine perfekte Blues-Röhre. 

Bei einem Stück des argentinischen „König des Tango“ Astor Pantaleón Piazzolla sang Harbek mit einer zu Herzen gehenden Traurigkeit. Sie zelebrierte dieses Lied geradezu. Im Alt Werdohl schmolzen die Fans zu ihren Füßen reihenweise dahin. Bei „Going Down“ von Blues-Legende Freddie King bewies Harbeck letztlich, dass ihr das Rocken mit Ecken und Kanten keinesfalls fremd ist.

Ihr Spiel auf den sechs Saiten war bei jedem dieser Stücke derart gefühlvoll, dass es den Eindruck erweckte, sie sei bereits mit der umgeschnallten Gitarre geboren. 

Dirk Sengotta bediente die Drums dazu schnörkellos und staubtrocken. Thomas Hufschmidt spielte das E-Piano jazzig-groovend und verspielt-ornamentenreich wie einst Ray Manzarek von The Doors. 

Fasziniernd war an diesem Abend, zu beobachten, wie verschieden die vier Instrumentalisten auf Applaus und Jubel reagierten. Sängerin Harbek nahm solche Liebesbekundungen verlegen entgegen und wirkte somit als Kontrapunkt zum schelmenhaften Go-Music-Initiator Martin Engelien am Bass, der stets nach Komplimenten fischt.

 Sengotta ließ das Klatschen der Fans über sich ergehen und schien sagen zu wollen: „Lasst und mal den nächsten Song machen.“ Hufschmit hingegen lächelte versonnen, als wollte er sich selbst Mut zu sprechen: „Ja, Thomas, das hast Du schon einmal nicht schlecht gemacht“, schien er zu denken. Nun, die Musikfreunde in der proppenvolle Kneipe dachten das mit Sicherheit auch.

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