Blinde und Sehbehinderte: Vereinsarbeit gewürdigt

Dagmar Freitag und Bürgermeister Siegfried Griebsch gratulierten.

WERDOHL - Zahlreich waren die Gratulanten zur 80-Jahr-Feier der Bezirksgruppe Altena/Werdohl des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen.

Neben der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag, dem Landtagsabgeordneten Michael Scheffler, Landrat Thomas Gemke, den Bürgermeistern Siegfried Griebsch und Klaus-Peter Sasse kamen am Samstag Vertreter der Kirchen sowie der umliegenden Blindenvereine, um der 1933 gegründeten Bezirksgruppe gute Wünsche für die weitere Arbeit mit auf den Weg zu geben. Im Restaurant Vier Jahreszeiten nahm der Vereinsvorsitzende Arthur Krolzik die Glückwünsche stellvertretend entgegen. Mit ihrer Anwesenheit dokumentierten die Gäste ihre Wertschätzung für die Arbeit des Selbsthilfevereins, freute er sich. In all den Jahren habe die Bezirksgruppe in Werdohl, Altena, Neuenrade und Nachrodt-Wiblingwerde „vielen Betroffenen zur Seite stehen können“.

Klaus Hahn, Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen der Blinden und Sehbehinderten, verband seine Glückwünsche und sein Dankeschön für die geleistete Arbeit mit einer Mahnung an die Politik, gesetzliche Grundlagen für eine umfassende Teilhabe von Behinderten am öffentlichen Leben zu schaffen. Im allgemeinen Rechtsverkehr und in den Verwaltungen müssten mehr barrierefreie Zugänge geschaffen werden. Ein jüngst verabschiedetes Gesetz zu diesem Problem grenze Blinde und Sehbehinderte leider immer noch aus. Und noch ein weiteres Problem sprach Klaus Hahn an: „Fernseher, Herd, Mikrowelle – die Bedienung geht immer mehr über Displays und berührungssensible Bildschirme. Die Industrie ist nicht willens, die Geräte so zu konstruieren, dass auch behinderte Menschen damit umgehen können.“

Dagmar Freitag (MdB) erinnerte sich mit Freude an den Besuch der Bezirksgruppe bei ihr in Berlin, der dort Spuren hinterließ: Die märkischen Besucher regten die Aufstellung eines Tastmodells des Reichstages an, das bald darauf vom Ältestenrat des Parlaments in Auftrag gegeben wurde. Dagmar Freitag lud die Gruppe zu einem weiteren Besuch in Berlin ein und rief zum Dialog auf: „Es lohnt sich immer, mit Vertretern der Politik zu reden.“ - thk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare