SPD zieht eigenen Antrag zurück / CDU stimmt mit WBG

Rosmart 2.0: Werdohler Rat hat Bedenken gegen Abtragung des Berges

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Die Initiative Pro Brunscheid stellte die Landschaft auf den Höhen demonstrativ unter ihre „Schutzschirme“ und demonstrierte auf diese Weise gestern Abend vor dem Rathaus. Der Rat bekräftigte, das beauf tragte Umweltgutachten abzuwarten.

Werdohl – „Comicmäßig“ nannte Ratsherr Volker Oßenberg das Verhalten der SPD am Montagabend im Rat beim Thema Rosmart 2.0. Unausgesprochen dachte sich das wohl auch so mancher Sitzungsteilnehmer, wenn nicht noch gröbere Ausdrücke in den Köpfen umhergeisterten.

Völlig überraschend hatte die SPD ihren eigenen Antrag zur Erweiterung des Gewerbegebietes Rosmart zurückgezogen, den sie eine Woche zuvor gemeinsam mit der WBG auf die Beine gestellt hatte. Stefan Ohrmann (CDU) und Torsten Hänel (WBG) zeigten sich sprachlos. Die CDU beantragte eine Sitzungspause.

Danach legten CDU und WBG einen gemeinsamen Antrag vor, der im Wesentlichen den Antrag von SPD und WBG abbildete. Wie auch schon vorher hieß es, dass man das in Auftrag gegebene Umweltgutachten abwarten wolle.

Im ursprünglichen SPD/WBG-Antrag stand folgende weitere Formulierung: „Die Stadt Werdohl wird keiner Bebauung der Höhenlage mit Abtragung des Berges zustimmen.“ Der Montag mit den Stimmen von CDU und WBG beschlossene Antrag lautet: „Die Stadt Werdohl äußert bereits jetzt Bedenken, was eine massive Abtragung der Bergkuppe auf Werdohler Gebiet angeht.“ 

Die Bürgermeisterin hatte zuvor eine persönliche Erklärung abgegeben, dass sie gegen ein Abtragen des Berges sei. Sie enthielt sich bei der Abstimmung ebenso wie SPD-Ratsherr Jürgen Henke. 

FDP-Ratsherr Alexander Lilienbeck hielt beide Anträge für widersinnig: „Wir können doch nicht ein Gutachten stützen, aber Ergebnisse des Gutachtens ausschließen.“ Die elf Stimmen von SPD, FDP und Ratsherr Oßenberg reichten nicht gegen die Mehrheit von CDU und WBG. 

SPD-Sprecher Wilhelm Jansen nannte auch im weiteren Verlauf der Sitzung keinen Grund für den Rückzieher vom eigenen Antrag. Es bleibe bei der grundsätzlichen Ablehnung der SPD der Erweiterung des Gewerbegebietes Rosmart. 

Fachbereichsleiter Thomas Schroeder teilte mit, dass am 9. Januar der Auftrag für das Umweltgutachten vergeben werde. Ein zweiter Gutachten-Teil, der eine belastbare Kostenaufstellung für die einzelnen Ausbauabschnitte bringen soll, werde erst im Frühjahr ausgeschrieben. Schroeder: „Weiter geht es, wenn die Ergebnisse beider Gutachten-Teile vorliegen.“

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