Gastprediger bei den Zeugen Jehovas

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Viele Zuhörer waren zu dem Vortrag in den Königsreichssaal der Zeugen Jehovas Werdohl gekommen.

Werdohl - „Wie göttliche Weisheit uns nützt“ lautete das Thema des Vortrages, welchen Prediger Jeyen Kulenthiran aus Sri Lanka nun im vollen Königsreichssaal der Zeugen Jehovas Werdohl hielt.

„Wir glauben, wir hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen“, sagte der Gastprediger zum Einstieg in seinen Vortrag. Der sehr gut Deutsch sprechende Tamile skizzierte jedoch eine Situation in einem Krankenhaus. Da sei auf einer Station gerade ein Arzt damit beschäftigt, einem Verwundeten das Leben zu retten. Auf einer anderen Station nehme ein weiterer Mediziner eine Abtreibung vor, „er löscht also Leben“.

Kulenthiran zog sein persönliches Fazit: „Wir sind auf dem Mond gelandet, aber die Weisheit zu erlangen, kein Leben zu töten – das haben wir nicht geschafft.“ Er zog den Schluss: „Die Weisheit der Welt hat jämmerlich versagt.“ Dann befand der weit gereiste Prediger, Kinder und Jugendliche hätten nur einen Sinn im Leben, wenn sie die Bibel kennen würden. Wer nicht an Gott glaube, sei für Heranwachsende „schlechte Gesellschaft“. Kulenthiran entwirft ein Bild, dass Mädchen und Jungen mit solch „schlechter Gesellschaft“ erst rauchten, dann Alkohol tränken und schließlich Rauschgift nähmen. Aus dieser Geschichte zog er die Bilanz: „Die Weisheit Jehovas kann Leben retten.“

Er kenne einen jungen Mann, der früher Drogen genommen, dann aber zu Gott gefunden habe. Durch seinen früheren Rauschgift-Konsum sei er allerdings nach wie vor bei der Polizei registriert. Dies habe zur Folge gehabt, dass er jüngst bei einer Kontrolle „auf offener Straße“ eine Urinprobe habe abgeben müssen. „Das war sehr peinlich für ihn.“

Kulenthiran kam dann auf Ehen zwischen Menschen zu sprechen, die unterschiedlichen Glaubens sind. Das entspreche einem „ungleichen Joch“, als würden ein Esel und ein Stier vor einen Karren gespannt. Beide Eheleute müssten leiden. „Das Ziehen des Karrens wird dann ungleich schwerer.“ Eheähnliche Lebensgemeinschaften zeigten die Angst beider Partner vor Verantwortung. Damit eine Partnerschaft oder Ehe funktioniere, rate die Bibel zu Demut. Man solle den anderen stets höher schätzen als sich selbst. Auch vor Partnervermittlungen im Internet warnte Kulenthiran.

Der Mensch solle seine Jugend, „seine besten Jahre“, nicht aufwenden für die Arbeit, den wirtschaftlichen Erfolg und die Vorsorge für die Rentenzeit. Stattdessen sollten junge Menschen ihre Zeit aufwenden, „um Gottes Königreich zu suchen“. Alles andere komme dann von selbst.

Wer Gott gefunden habe, werde beispielsweise im Alter auch nicht krank. „Im Paradies werden wir alle gesund sein. Die Frage ‘Wie geht es Dir’ wird es dort gar nicht geben.“

Von Michael Koll

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