Schwangere Freundin angeblich in den Bauch getreten

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Symbolfoto

Werdohl - Nur mühsam kommt das Strafverfahren gegen einen 24-jährigen Werdohler voran, der seiner schwangeren Ex-Freundin Anfang Mai 2016 in den Bauch getreten haben soll.

Im zweiten Anlauf konnte das Schöffengericht die 20-jährige Werdohlerin befragen. „Das ist nicht leicht, das alles aufzuarbeiten“, sagte sie zu Beginn ihrer Vernehmung. Später kam ein „Ich wollte ihm nichts Böses“ hinzu.

Anfang 2016 habe sie den Angeklagten kennengelernt und sei schon bald schwanger geworden. „Er wollte das Kind nicht. Er meinte, es sei nicht von ihm, aber das war so“, versicherte die Zeugin und bestätigte die in der Anklage erhobenen Vorwürfe: Der 24-Jährige habe sie getreten und geboxt – in den Bauch und ins Gesicht.

Zunächst habe sie nach diesem Vorfall nicht die Polizei informiert. Das änderte sich, als sie bei einer älteren Freundin (44) zu Gast war und er vor dem Haus „randalierte“: „Wir mussten die Polizei rufen, weil das nicht meine Wohnung war“, erinnerte sich die Zeugin. Sie bestätigte auch, dass der Angeklagte ihr eine Kurznachricht geschickt habe mit der Drohung, sie umzubringen.

An seine Kurznachricht mit der Botschaft „Das Kind soll nie auf die Welt kommen“ erinnerte sich auch die 44-jährige Produktionshelferin, zu der die Schwangere geflüchtet war. „Sie hat mir erzählt, dass er sie geschlagen und ihr in den Bauch getreten hat“, bestätigte sie das Geschehen nur indirekt. Aber sie nahm die Angst ihrer jungen Besucherin war: „Der will mich umbringen“, habe sie gesagt, als der Angeklagte bei der Zeugin klingelte.

Zwischen den beiden Frauen fielen allerdings auch einige klare Worte, die von Lebenserfahrung auf der einen und verliebter Verzweiflung auf der anderen Seite berichteten: „Bist du bescheuert?“, fragte die 44-Jährige, als sie zunächst von der Beziehung und bald darauf auch von der Schwangerschaft der jungen Frau hörte. „Ich liebe ihn“, habe sie gehört, als sie an die Schläge erinnert habe.

Zwei von drei Zeugen blieben dem Amtsgericht Altena erneut fern – gegen sie wurde ein Ordnungsgeld von jeweils 150 Euro verhängt.

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