Die Bewerbung ist die Visitenkarte

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Berufsberaterin Kersten Alameddine erklärt den Anwesenden, worauf es bei der Berufswahl ankommt. ▪

WERDOHL ▪ „Ich freue mich total, dass so viele da sind.“ Kersten Alameddine war begeistert, dass trotz des guten Wetters zahlreiche Schüler mit ihren Eltern den Weg zum Berufswahlabend in die Gesamtschule gefunden hatten. Alameddine erklärte in ihrer Einführung, was Einfluss auf die Berufswahl der Jugendlichen nähme – dabei standen vor allem die Eltern an erster Stelle.

Bei vielen seien die Eltern oder großen Geschwister Vorbilder, auch für die Wahl des Berufes. Aber auch Praktika hätten einen großen Einfluss. „Da lernt man den Alltag kennen“, so die Berufsberaterin. Dadurch könnten die Jugendlichen abschätzen, ob ihnen der Beruf wirklich gefalle. Einflüsse kämen zum Teil auch von Freunden oder, wie Alameddine berichtete, durch Medienangebote. So sei, auch auf Grund einer Fernsehsendung, der Beruf des Immobilienmaklers immer beliebter.

In Werdohl würden vor allem Ausbildungsstellen in metallverarbeitenden Berufen angeboten. Die Gastronomie sei hingegen nicht so stark vertreten. An zweiter Stelle stünden Ausbildungsstellen für kaufmännische Berufe, gefolgt vom Einzelhandel.

„Die Bewerbung ist eure Visitenkarte“, wies Alameddine die Schüler an. Obwohl sie es in der Schule lernten, erhielten viele Firmen immer noch schlechte oder unvollständige Unterlagen. Dadurch gebe es auch viele unbesetzte Ausbildungsstellen – die Firmen fänden keine passenden Bewerber.

Vertreter der Firmen Vossloh und Stauff, sowie Winfried Deimel von der Handwerkskammer Südwestfalen und Marion Gierse von den Märkischen Kliniken gewährten den Schülern im weiteren Verlauf des Abend Einblicke in verschiedene Berufe.

So berichtete Marion Gierse, dass die Bildungsakademie der Märkischen Kliniken zwar Auszubildende bevorzugt, die 18 oder älter sind. Aber: „Wenn uns ein Bewerber richtig gut gefällt, dann nehmen wir natürlich auch Jüngere.“ Die Altersgrenze hinge vor allem mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz zusammen, aber auch mit einer gewissen Reife. Der Beruf der Krankenschwester sei nicht immer einfach, so die Expertin.

Winfried Deimel brachte den Schülern das Handwerk näher – auch in Form eines kleinen Films. Dabei ging er nicht nur auf die klassischen Berufe, sondern auch auf etwas weniger bekannte ein. Zeitgleich erklärte er den Jugendlichen, worauf sie zum Beispiel bei einem Ausbildungsvertrag zu achten hätten und brachte ihnen die Pflichten eines Auszubildenden im Handwerk näher.

Daniela Kühnert und Martin Andratschke, der momentan im zweiten Jahr seiner Ausbildung ist, gewährten Einblicke in die kaufmännische Ausbildung der Firma Vossloh. Besonders freute sich Kühnert darüber, dass sich einige der anwesenden Mädchen auch für technische Berufe interessierten, was eher selten vorkäme. Nach Abschluss ihres Vortrags gab es einige Einzelgespräche, in denen Fragen noch genauer geklärt werden konnten.

Die Firma Stauff wurde von Personalreferent Niclas von Seidlitz und Fabian Lindemann, Abteilungsleiter in der Logistik, vertreten. Sie stellten anhand der verschiedenen Standorte ebenfalls die möglichen Ausbildungsberufe und Aufstiegsmöglichkeiten im Anschluss der Lehre vor. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem, dass die Firma stets für den Eigenbedarf ausbilde.

Der Berufswahltag bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die die Schüler auf die Wahl des richtigen Berufes vorbereiten sollen. - Stefanie Gerdes

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