Nach Drogenhandel

Bewährungsstrafe könnte Werdohler den Job kosten

Ein Werdohler musste sich wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten.
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Ein Werdohler musste sich wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten.

Neuer Job, keine Drogen mehr, Perspektiven für ein gelingendes Familienleben: Es waren eigentlich sehr gute Nachrichten, die ein 35-jähriger Werdohler mit ins Amtsgericht Altena brachte.

Doch genau das Urteil, das das Schöffengericht wegen Drogenhandels gegen ihn verhängen musste, könnte ihn den Arbeitsplatz kosten, der maßgeblich zur Stabilisierung beigetragen hat.

Im September und Oktober 2017 hatte der Angeklagte in Plettenberg erhebliche Menge Amphetamin in Portionen von bis zu 100 Gramm gekauft. Einen Teil davon hatte er weiterverkauft, um seinen eigenen Konsum zu finanzieren. Am 18. Oktober 2017 nahm ihn die Polizei vorläufig fest, nachdem die Beamten in seinem Auto noch gut 22 Gramm der Droge gefunden hatten. 14 Fälle des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln und des Erwerbs von Betäubungsmitteln in teilweise nicht geringer Menge warf ihm die Anklage vor.

35-Jähriger umfassend geständig

Der 35-Jährige zeigte sich umfassend geständig: „Vier Monate vorher bin ich ziemlich abgerutscht.“ Er habe damals gesundheitliche Probleme gehabt, den Job verloren, und seine Beziehung sei in die Brüche gegangen. Drogenkonsum und Spielhallenbesuche hätten sein Leben bestimmt. „Ich habe mein ganzes Geld verspielt und meinen Freundeskreis verloren.“

Dreieinhalb Jahre später habe er nun „alle Laster abgelegt“: „Ich rauche nicht mal mehr.“ Auch an seiner neuen Arbeitsstelle laufe alles rund. Nun aber gefährde der fällige Eintrag im Bundeszentralregister der Straftaten seine Zulassung für den Sicherheitsbereich, in dem er arbeite. Dieser Hinweis war kein Appell an das Schöffengericht, ein extrem mildes Urteil herbeizuzaubern. Auch dem Angeklagten war klar, dass er mit einem unangenehmen Urteil das Gerichtsgebäude verlassen würde.

Positive Sozialprognose

Das Gericht verurteilte ihn schließlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Denn an einer positiven Sozialprognose für den 35-Jährigen gab es keinerlei Zweifel. „Das war eine kurze Episode im Leben des Angeklagten“, stellte Staatsanwältin Bianca Schölch fest. Auch Richter Dirk Reckschmidt würdigte, dass der Angeklagte sich „aus dieser phasenweisen Depression wieder rausgebaggert“ hatte. „Nicht hängen lassen!“, gab er dem Werdohler mit auf den Weg. Der verabschiedete sich mit einem Versprechen: „Das passiert nicht!“

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