Pornographische Kinderbilder auf PC eines Werdohlers

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Symbolfoto

Werdohl - Als eifriger Sammler kinderpornographischer Bilddateien betätigte sich ein 52-jähriger Werdohler, bis sich die Polizei im Mai 2017 die Bescherung auf seinen beiden Computern ansah.

Die Beamten fanden 952 Fotos und 78 Filme mit verbotenen Inhalten, in denen nackte Kinderkörper „zu bloßen Objekten degradiert wurden“.

So trug es der Staatsanwalt im Amtsgericht Altena in seiner Anklage vor. Nachdem er die sexuellen Missbrauchstaten zunächst detailliert hatte schildern müssen, fasste er in seinem Plädoyer die abstoßende Reichweite des beschlagnahmten Materials knapp zusammen.

Auf den beiden Rechnern des Angeklagten hätten sich „sämtliche Arten von sexuellen Praktiken mit Kindern“ befunden. Ein Teil der gezeigten Taten betraf dabei Kinder im Vorschulalter.

Angeklagter gibt die Taten zu

„Der Angeklagte räumt die Taten ein“, verkündete Rechtsanwalt Andreas Klose im Namen seines äußerst kleinlauten Mandanten. Letzterer beschränkte sich auf’s Allernötigste und erklärte die Taten als Ergebnis einer depressiven Störung. Scheidung, keine Kinder, Arbeitslosigkeit – der Schatten eines ziemlich trostlosen Daseins legte sich bleiern auf das Amtsgericht Altena. „Es tut mir sehr leid“, beteuerte er kraftlos.

Keine Chance hatte der Angeklagte, seine Computer wiederzubekommen, die ihm als Werkzeug bei der üblen Sammelei im Internet gedient hatten. Seine Zustimmung zur amtlichen Einziehung der beiden Rechner verkürzte allerdings den Verwaltungsaufwand.

Hinter jedem Bild ein Schicksal

Noch einmal wollte Richter Dirk Reckschmidt dem Angeklagten in die Augen sehen: Als es um jene Regeln ging, die verhindern, dass aus einer Bewährungsstrafe eine zu vollstreckende Haftstrafe wird. Ein Jahr und drei Monate empfand das Schöffengericht als angemessen, und es folgte dabei dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Dass der Angeklagte keinerlei Vorstrafen hatte, erleichterte die Aussetzung der Strafe zur Bewährung. 50 Euro pro Monat, insgesamt also 1800 Euro für die Justizkasse, sollen den 52-Jährigen während der dreijährigen Bewährungszeit daran erinnern, was er auf keinen Fall noch einmal tun darf. „Sie wissen, dass hinter jedem einzelnen dieser Bilder eine schreckliche Geschichte steckt“, erinnerte Richter Dirk Reckschmidt den Angeklagten an die vielen sexuellen Missbräuche, die den kinderpornographischen Bildern vorausgegangen waren.#

Das Urteil ist rechtskräftig.

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