Bewährung für Prügelei mit Steinen und Stöcken

WERDOHL ▪ Fast in Wildwest-Manier sollen sich vier Werdohler mit Steinen und Stöcken bewaffnet auf eine andere Gruppe gestürzt haben. Der Anklagevorwurf, der am Amtsgericht in Altena verhandelt wurde, ging sogar von einem geplanten Hinterhalt aus.

Einer gefährlichen Körperverletzung angeklagt waren der Besitzer eines Dönerladens in der Innenstadt und seine drei Söhne (31, 34 und 28). Vor Gericht erschienen allerdings nur die drei Brüder, ihr Vater ist nicht mehr verhandlungsfähig. Die drei Brüder schwiegen eisern bis zur Urteilsverkündung, nur die vier Geschädigten äußerten sich zu den Geschehnissen in einem Hinterhof im April 2009. Im Wesentlichen sei es bei dem Streit der Familien um die Rückforderung eines Darlehens von rund 50 000 Euro gegangen, das der Hauptgeschädigte, ein 41-jähriger Kölner, an die Familie des Imbissbesitzers gegeben hatte, berichteten die Geschädigten im Zeugenstand einhellig.

Der 41-Jährige sei zu einem Treffen am Dönerladen eingeladen worden, dort habe man ihn, seine beiden Brüder und seinen Schwager bereits in aggressiver Stimmung erwartet. Der Werdohler Familienvater sei mit dem 41-Jährigen in einen Durchgang gegangen, der zu dem besagten Hinterhof geführt habe. Aufgebracht habe der Vater ihn mit Worten wie „ehrenloser Hurensohn“ bedacht. Dann habe der Werdohler begonnen zuzuschlagen. „Ich habe sofort nach Hilfe und der Polizei gerufen“, erinnerte sich der 41-Jährige. Dann habe er aber einen Pflasterstein auf den Kopf bekommen. Seine Begleiter hätten ihm, durch Schreie angelockt, zu Hilfe eilen wollen, seien dann selbst mit Steinen oder Knüppeln zu Boden gebracht worden. Alle Geschädigten trugen schwere Verletzungen wie Knochenbrüche und Platzwunden am Kopf davon, bestritten aber, selbst geschlagen zu haben. Die Angreifer hätten jedoch immer weiter geprügelt, als die Geschädigten fast besinnungslos am Boden gelegen hatten. „Vielleicht dachten die, ich wäre schon tot“, sagte der 41-Jährige, der bis heute an den Folgen der Verletzungen leidet. Die Verteidiger der Werdohler Familie gingen von einer Überreaktion ihrer Mandanten in einer Notwehrsituation aus. Einen Tatplan oder Hinterhalt habe es nicht gegeben.

Das Gericht sah in dem Vorfall keine geplante Tat und verurteilte zwei Werdohler Brüder zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Der 28-jährige Bruder wurde zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. ▪ Anja Grevener

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