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Bevölkerungsentwicklung: Eine MK-Stadt schrumpft weniger als die anderen

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Von: Volker Griese

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Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird sich in den nächsten 30 Jahren verändern: Die Städte werden schrumpfen, die Bevölkerung wird älter.
Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird sich in den nächsten 30 Jahren verändern: Die Städte werden schrumpfen, die Bevölkerung wird älter. © Jens Kalaene

Nahezu alle Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis müssen bis 2025 einen Einwohnerverlust im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Eine Ausnahme gibt es laut der neuesten Bevölkerungsprognose allerdings.

Einen Bevölkerungsrückgang von 13 Prozent prognostiziert der NRW-Landesbetrieb Information und Technik als Statistisches Landesamt dem Märkischen Kreis bis zum Jahr 2050. Fast allen 15 Städten und Gemeinden sagen die Statistiker einen Einwohnerverlust im zweistelligen Prozentbereich voraus. Eine Ausnahme ist Werdohl.

In ganz Nordrhein-Westfalen wird die Einwohnerzahl laut aktueller Bevölkerungsvorausberechnung von 17,93 Millionen im Jahr 2021 um 1,7 Prozent auf 17,62 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen. Die Vorausberechnung zeigt auch, dass die Bevölkerung altern wird – in großen Städten nicht ganz so stark wie in den ländlichen Regionen.

Werdohl: Nur ein Rückgang von 9,4 Prozent

Für die Stadt Werdohl wird erwartet, dass die Bevölkerungszahl von derzeit 17 660 Einwohnern bis zum Jahr 2050 auf 16 605 zurückgehen wird. Das entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent. Werdohl ist damit aber im Märkischen Kreis die Kommune mit dem prozentual geringsten Bevölkerungsschwund. Städten vergleichbarer Größe und Struktur wie beispielsweise Altena oder Plettenberg wird ein Bevölkerungsrückgang von 17,6 beziehungsweise 16,8 Prozent prognostiziert. Auch soll sich in diesen Städten der Rückgang schneller vollziehen als in Werdohl: Altena und Plettenberg müssen schon bis 2035 mit einem Einwohnerschwund von 9,6 beziehungsweise 8,7 Prozent rechnen, während Werdohl in diesem Zeitraum nur um 3,9 Prozent schrumpfen soll.

Werdohl muss sich darauf einstellen, dass im Jahr 2050 11,5 Prozent der Bevölkerung 80 Jahre oder älter sein werden. Derzeit gehören knapp 6,8 Prozent der Werdohler dieser Altersgruppe an. Nicht ganz so stark wird der Anteil der 65- bis 79-Jährigen steigen, aber sie werden im Jahr 2050 voraussichtlich 15,3 Prozent der Bevölkerung stellen. Um etwa ein Fünftel sinken wird der Anteil der 25- bis 64-jährigen, also der Menschen, die den größten Teil der Berufstätigen ausmachen.

Neuenrade verliert jeden fünften Einwohner

Die Stadt Neuenrade soll den Vorausberechnungen zufolge bis 2050 ein Fünftel (20,1 Prozent) ihrer Bevölkerung verlieren und dann nur noch 9401 Einwohner haben. Bis 2035 soll sie schon die Hälfte dieser 2371 Einwohner verloren haben. Besonders stark soll der Schwund mit 34,5 Prozent bei den drei- bis fünfjährigen Kindern sein. Stark wachsen soll in Neuenrade der Anteil der Hochbetagten: Die 1413 Einwohner, die 80 Jahre oder älter sind, sollen im Jahr 2050 schon 15 Prozent der Neuenrader Bevölkerung stellen; aktuell sind es 7,1 Prozent. 65 bis 79 Jahre alt werden dann 17,7 Prozent der Neuenrader Einwohner sein – das wären 4,3 Prozent weniger als im Moment.

Mit einem etwas geringeren Bevölkerungsverlust als für Neuenrade rechnen die Demografen für die etwa gleich große Stadt Balve. Dort soll die Einwohnerzahl von derzeit 11 217 auf 8995 im Jahr 2050 sinken, was einem Rückgang von 19,8 Prozent entspricht. Knapp die Hälfte dieses Verlustes (9,6 Prozent) wird die Hönnestadt bis zum Jahr 2035 zu verkraften haben. Für Balve prognostiziert die Statistik durch fast alle Altersgruppen hindurch einen Bevölkerungsrückgang zwischen 23 und 35 Prozent. Sogar die Zahl der 65- bis 79-Jährigen soll noch geringfügig um 1,1 Prozent sinken. Aber auch in Balve soll die Zahl der Hochbetagten deutlich steigen, und zwar von derzeit 754 auf 1306 im Jahr 2050, was einer Zunahme von 73,2 Prozent entspricht. Fast jeder siebte Balver wird in 30 Jahren also 80 Jahre oder älter sein.

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