Betrug beim Versandhaus: Falschen Namen angegeben

WERDOHL ▪ Um nach einem Umzug und totalen Ausverkauf der alten Bleibe wenigstens wieder das Nötigste im Haus zu haben, kamen zwei Frauen auf eine Idee, die es letztlich am Dienstag vor das Amtsgericht in Altena bringen sollte.

Von Anja Grevener

Die beiden Frauen sollten dort eigentlich nebeneinander auf der Anklagebank sitzen, da sie bei einem Online-Versand Haushaltswaren unter falschem Namen bestellt hatten. Doch eine von beiden tauchte nicht auf. Ihr Verfahren wurde abgetrennt und es erging in Abwesenheit ein Strafbefehl in Höhe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro (2000 Euro).

Die andere Angeklagte, eine 24-jährige Werdohlerin, stellte sich aber dem Gericht unter Vorsitz von Richter Dirk Reckschmidt. Sie wurde angeklagt, von Mitte Juni bis Oktober 2010 gleich sechs Mal beim selben Versandhaus im Internet bestellt zu haben. Immer wieder soll sie falsche Namen für die Bestellungen erfunden haben, die Lieferungen gingen jedoch stets an ihre Adresse. Insgesamt richtete die arbeitslose 24-Jährige so einen Schaden von rund 1065 Euro an. „Wir hatten nichts mehr“, versuchte sie ihr Verhalten bei Gericht zu erklären, schilderte sie den Neuanfang in der gemeinsamen Wohnung in Werdohl.

„Wir haben aus der alten Wohnung nur unsere Kleidung und Tiere mitgenommen“. Hausstand und Möbel hätten die beiden verkauft. Ihre „Schwiegermutter“ habe sie dann auf die Idee gebracht, einfach beim Online-Versand zu bestellen. „Sie hat mich auf den Trichter gebracht. Ich weiß aber, dass es nicht richtig ist“, gab sich die 24-Jährige einsichtig.

Den Schaden hat sie allerdings bis heute nicht beglichen, kann durch den Verlust ihrer Arbeit und das Leben von Hartz IV ihre Schulden nicht abbezahlen. „Ich habe die Übersicht über meine Schulden verloren – und aufgegeben“, versuchte sie ihre finanziellen Probleme zu erklären.

Das Altenaer Gericht verurteilte die 24-Jährige wegen des eingeräumten Betrugs zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro (1350 Euro).

Reagiert die Werdohlerin nicht auf die Rechnung der Staatsanwaltschaft, muss sie unter Umständen die 90 Tage absitzen.

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