VDM: Keine Angst vor Aperam

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Die VDM-Mitarbeiter demonstrierten Geschlossenheit. Der Betriebsratsvize Ralf Springob begrüßte über 1000 Kollegen in der Unnaer Stadthalle.

Werdohl/Unna - Selbstbewusst und optimistisch blickt die VDM-Belegschaft ihrer Zukunft mit schon wieder neuen Herren entgegen. Die Fusion mit Aperam aus Luxemburg soll die starke Position der Metallspezialisten noch weiter ausbauen.

„Wir sind VDM!“, ertönte Mittwoch der Schlachtruf durch die Unnaer Stadthalle. Über 1000 Mitarbeiter der VDM Metals Gruppe hatten Betriebsrat und IG Metall zur Versammlung in Unna mobilisieren können. „Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind, um unsere Arbeitsplätze zu kämpfen“, so begrüßte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralf Springob aus Altena seine Kollegen.

Das Luxemburger Unternehmen Aperam produziert weltweit mit 9600 Mitarbeitern Stahlprodukte. Wie berichtet, will der Konzern die VDM-Gruppe mit ihren 1950 Mitarbeitern vom Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel kaufen. Die Kartellbehörde muss noch zustimmen.

Mitarbeiter aller deutschen VDM-Standorte kamen in die Stadthalle nach Unna. Teils reisten die Belegschaften mit Reisebussen an.

Was Umsätze mit der Herstellung von Hochleitungswerkstoffen angeht, liege Aperam weltweit auf Platz 4, VDM auf Platz 1, erklärte der VDM-Betriebsrat. Durch die nun geplante Fusion werde VDM „die unangefochtene Nummer 1 weltweit“, sagte Bendiks. „Wir haben im Moment überhaupt keine Angst vor Standortschließungen oder Entlassungswellen.“ Vielmehr sehe er in der Übernahme große Chancen, VDM weiterzuentwickeln. „Wir begrüßen den Verkauf an Aperam“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Gerd Bendiks am Rande der Versammlung.

„Natürlich sind wir nicht blauäugig“, sagte Bendiks. Wenn zwei große Firmen zusammengehen, gebe es sicher Potenzial für Synergien. Denkbar ist in solchen Fällen das Zusammenlegen von Abteilungen, die die gleichen Funktionen haben, und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen. Die beiden Unternehmen hätten aber wenige Überschneidungen, vielmehr würden sich die Produktgruppen gut ergänzen, sagte Bendiks.

So sehen nicht Verlierer aus: VDM-Chef Dr. Niclas Müller und der Betriebsratsvorsitzende Gerd Bendiks saßen am Mittwoch in der Stadthalle neben Dr. Thomas Ludwig (von rechts), dem Geschäftsführer des Finanzinvestors Lindsay Goldberg Vogel.

Die Mitarbeiter hoffen nicht nur darauf, dass ihre Werke in Betrieb und durch weitere Investitionen auch erfolgreich bleiben, sondern auch darauf, dass sich ihre Bedingungen nicht verschlechtern. Die VDM-Belegschaft bezieht Tarifgehalt. Und mit allen bisherigen Erwerbern habe man erfolgreich Verträge ausgehandelt. Das soll auch mit Aperam geschehen, sagte Michael Lux von der IG Metall. Es sei gut, dass mit Aperam ein strategischer Investor gefunden wurde, so Lux.

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