Wachstum geplant

Im 50. Betriebsjahr: Traditionsbetrieb im MK wird verkauft

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Überall lachende Gesichter: Gisela und Klaus Hinse haben ihr Geschäft an die Firma Pitthan verkauft, die mit Geschäftsführer Christoph Schlate und Niederlassungsleiter Timo Hoffmann (rechts) Kunden übernehmen und sich stark vergrößern möchte.

Werdohl – Klaus Hinse hat gut lachen: Der 73-jährige Werdohler hat sein Elektrotechnik-Unternehmen im 50. Jahr des Bestehens erfolgreich weitergeben können.

Mit der Übernahme durch die wesentlich größere Firma Pitthan aus Rheinland-Pfalz sind Unternehmen und Mitarbeiter in die Zukunft gerettet worden – das geschieht im vom Nachwuchsmangel geplagten Handwerk wahrlich nicht alle Tage. 

Hinse und seine Frau Gisela kommen aus dem Strahlen nicht mehr heraus an diesem Tag im neuen Jahr, der für das Traditionsunternehmen einen Neustart einläutet. Doch bis es zu dieser glücklichen Fügung kommen konnte, war doch einige Zeit der erfolglosen Suche vergangen. Hinse hatte sich schon frühzeitig nach einem Nachfolger umgesehen.

Aus dem Kreis der Mitarbeiter habe sich niemand gefunden, auch bei den Kollegen im näheren Umkreis habe er kein Interesse ausgemacht. Hinse meint, dass das auch eine Frage der Kompetenz gewesen sei. Viele scheuten das unternehmerische Risiko und die Verantwortung. So bot Hinse seine Firma bei der Betriebsbörse der südwestfälischen Handwerkskammer an. Geschäftsführer Schlate von Elektrotechnik Pitthan meldete sich, nach vier Monaten war die Übergabe unter Dach und Fach. Offiziell wurde das Unternehmen im Dezember 2919 überschrieben, die Umfirmierung begann in dieser Woche. 

40 Autominuten von Werdohl entfernt

Elektrotechnik Pitthan wurde 1982 in Kirchen/Wehbach in der Nähe von Freudenberg gegründet. Das liegt zwar schon in Rheinland-Pfalz, ist von Werdohl allerdings nur 40 Autominuten entfernt. Pitthan ist sehr viel größer als Hinse: Das Unternehmen beschäftigt 100 Mitarbeite, Hinse hat inklusive des Ex-Chefs zehn Leute. 

Pitthan geht gleich zum Start der Übernahme von Elektro Hinse auf Expansionskurs: Die zehn Mitarbeiter werden samt der Kunden übernommen, in einem Jahr soll sich die Belegschaft in der Esmecke verdoppelt haben.

Geschäftsführer Schlate vergrößert das Unternehmen nach und nach, 2015 wurde eine Niederlassung in München gegründet, 2018 eine neue Produktionshalle in Kirchen aufgestellt, einen Außenstandort in Bonn gibt es auch. Pitthan baut eigene Schalt- und Steuerungsanlagen und installiert bundesweit. Mit dem neuen Standort in Werdohl schaut Schlate in den Märkischen Kreis und weiter bis Dortmund. Mit ehemals Hinse habe Pitthan sogar schon gemeinsame Kunden. 

Kunden sollen gehalten werden

Die bestehenden Kunden, auch die kleinen Privathaushalte, sollen weiter zufriedengestellt werden. Aber Schlate will in Werdohl und Umgebung wachsen. Innerhalb dieses Jahres soll die Belegschaft in der Esmecke verdoppelt werden. In Kirchen gibt es für die Pitthan-Lehrlinge eine eigene Ausbildungswerkstatt. Für den Standort Werdohl werden ab sofort Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Auszubildende und ein Bauleiter Elektrotechnik gesucht.

Schlate will in Werdohl ins Projektgeschäft. Neue Angebote sollen im Bereich der E-Mobilität gemacht werden, Pitthan bietet hier Energiespeicherung und Ladeinfrastruktur. Schlate will im Märkischen Kreis keine Wettbewerber verdrängen, sondern Geld verdienen: „Der Markt ist groß genug und sehr gut.“ 

Klaus Hinse wird noch ein paar Wochen im Geschäft bleiben und Niederlassungsleiter Timo Hoffmann unterstützen. Dann geht er mit 73 endgültig in die Rente.

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