Tag der Apotheke

Zu Besuch im Labor der Stadt-Apotheke in Werdohl

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Iosana Maria Bodea legt sehr viel Wert auf eine kompetente Beratung. Die Filialleiterin der Stadt-Apotheke in Werdohl steht dem Online-Handel mit Medikamenten sehr skeptisch gegenüber.

Werdohl – Für Patienten ist der Gang in eine Apotheke meist einfach. Gegen Vorlage eines Rezepts vom Arzt bekommt man oft schnell und problemfrei vor Ort seine Medizin. Doch der Vertrieb von Medikamenten ist nicht das einzige, was die Arbeit in einer Apotheke ausmacht.

Zum heutigen bundesweiten Tag der Apotheke zeigt ein Besuch in der Stadt-Apotheke von Inhaberin Ursula Fay, wie komplex die Arbeit mit den vielen Substanzen ist. Fay, die auch noch die Staberg- und die Bären-Apotheke in Lüdenscheid betreibt, wird in ihrer Werdohler Filiale von Iosana Maria Bodea vertreten. „Der Verkauf der Medikamente ist bei weitem nicht alles, was wir hier machen“, sagt Bodea. 

Der Teil der Arbeit nämlich, die man nicht auf Anhieb sieht, findet eine Etage tiefer statt. Dort arbeitet Susanne Heim. Die Pharmazeutisch Technische Assistentin (PTA) ist meistens im Labor der Apotheke anzutreffen. Denn nicht jeder Wirkstoff wird so verkauft, wie es geliefert wurde. Einige Medikamente werden nach Rezept des Arztes in der Apotheke individuell zusammengestellt. 

Aus den verschiedenen Ausgangsstoffen werden im Labor je nach Rezept die richtigen Wirkstoffe und Dosierungen gemischt.

„Nicht jeder Patient ist gleich. Menschen mit verschiedenen Leiden brauchen daher auch verschiedene Kombinationen von Wirkstoffen und Dosierungen“, erklärt Heim. Die Technik im Labor erleichtert Heim die Arbeit. So wird heutzutage kaum noch mit Reagenzgläsern gearbeitet. 

Heim geht bei einem Rezept gewissermaßen vor, wie bei einer Kochanleitung. Der Arzt notiert, welche Wirkstoffe und Dosierungen in das Medikament gehören, Heim fügt sie zusammen. Die „Zutaten“ gibt sie in der jeweils verordneten Dosierung in eine Maschine, die die Stoffe schließlich zusammenmischt.

Zuvor muss die Menge der jeweiligen Substanzen abgewogen werden. Eine Waage, die bis aufs Milligramm genau arbeitet, gehört daher auch zur Grundausrüstung einer Apotheke. 

Eine milligrammgenaue Waage gehört zur Grundausstattung einer Apotheke.

Neben der Rezeptur umfasst Heims Aufgabenbereich auch die Kontrolle von Medikamenten. Sie überprüft im Labor, ob in den gelieferten Mitteln auch das drin ist, was auf der Verpackung angegeben ist. Die Produkte werden gewissermaßen auf Genauigkeit und Qualität geprüft. 

„Das sorgt unter anderem auch dafür, dass wir die Kunden besser über unsere Medikamente beraten können“, erklärt Bodea. Die Filialleiterin hält das für sehr wichtig: „Nur so können wir für die Qualität unserer Produkte auch wirklich einstehen.“ 

Eher skeptisch steht sie daher dem Online-Handel mit Medikamenten gegenüber: „Die Vorschriften, die in Deutschland zu beachten sind, gelten nicht überall. Gerade wenn Menschen ihre Arznei per Internet aus dem Ausland bestellen, können wir zu den Produkten meist nicht viel sagen, wenn sich Kunden hinterher bei uns informieren wollen.“ 

Die Beratung in der Apotheke vor Ort sieht sie deshalb als entscheidenden Vorteil gegenüber dem Online-Handel. Durch Nacht- und Notdienste sowie den hauseigenen Bringdienst stehe sie dem Internet-Handel in Sachen Schnelligkeit und Verfügbarkeit in nichts nach.

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