Bestattung unterm Baum in Werdohler Friedwald

So könnte es vielleicht bald auch in Werdohl aussehen: Eine Urnenbestattung im Wald. ▪

WERDOHL ▪ Der Werdohler Tischlermeister und Bestatter Josef Schütt hat seine Idee von einem Friedwald auf Werdohler Gebiet im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorgestellt. Schütt präsentierte gemeinsam mit zwei weiteren Freunden seine Vorstellungen im nicht öffentlichen Teil der Sitzung.

Beschlossen worden sei nichts, erklärte Bürgermeister Siegfried Griebsch auf Nachfrage. Der Ausschuss sei lediglich vorab informiert worden. Ein Privatmann habe Waldbesitz zwischen Ludemert und Distelnblech, dort könnten Urnenbeisetzungen unter Bäumen stattfinden. Für das Konzept eines solchen Friedwaldes brauche es noch einen oder mehrere Bestattungsunternehmer sowie eine Trägergesellschaft, berichtete Griebsch.

Trägergesellschaft ist nötig

Dieser Träger könne kommunal oder kirchlich sein. Die Ausschussmitglieder hätten die Ausführungen zur Kenntnis genommen und nicht weiter bewertet, sagte der Bürgermeister. Da es dort auch um privatrechtliche und geschäftliche Dinge gehe, sei der Vortrag im nicht öffentlichen Teil gehalten worden.

Politiker nehmen Bericht zur Kenntnis

Tischlermeister und Bestatter Josef Schütt wollte auch keine weiteren Details verraten. Alles sei noch im Bereich der Idee und der Planung. Das gesamte Thema sei sehr sensibel, Einzelheiten müssten noch vertraulich behandelt werden.

Josef Schütte möchte in Werdohl einen Friedwald anbieten.

Schütt ist jedenfalls überzeugt davon, dass es in Werdohl einen Bedarf an Bestattungen im Wald gibt. Viele Werdohler ließen sich auf dem Lüdenscheider Waldfriedhof beisetzen, weiß er aus beruflicher Erfahrung. Das neue Bestattungsgesetz erlaube in Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Formen der Beisetzung, so bietet Schütte zum Beispiel auch würdevolle Seebestattungen an.

Eigenes Modell für Werdohl

Gemeinsam mit dem Waldbesitzer und den beiden Partnern sei er „zusammen einige Wege gegangen“, umschreibt Schütt den Stand der Dinge. In Deutschland gibt es zwei große Organisationen für Naturbestattungen unter Bäumen, die FriedWald GmbH aus Griesheim und die RuheForst GmbH aus Erbach. Von beiden hat sich Schütt Modelle angeschaut, um daraus eine eigene Konzeption zu entwickeln.

Ansonsten übt sich der Tischler in Zurückhaltung: „Wir warten jetzt erstmal ab.“

Von Volker Heyn

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