Besser Deutsch sprechen: Gleiche Chance für alle

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Das Kleine Kulturforum war gut gefüllt am Freitagabend, als sich der Türkische Elternverein Werdohl vorstellte.

Werdohl - „Unsere Kinder müssen besser Deutsch sprechen als die ohne Migrationshintergrund“, sagte Dr. Ali Sak, „damit sie dieselben Chancen bekommen.“

Der Bundesvorsitzende der Föderation Türkischer Elternvereine sprach vor vollem Haus. 

Am Freitagabend hatte der Türkische Elternverein Werdohl ins Kleine Kulturforum geladen, um sich vorzustellen. Viele waren der Einladung gefolgt und hörten dem Referenten zu. Zunächst begrüßte aber die neue Vorsitzende des Türkischen Elternvereins Werdohl, Belma Bektas-Kilic, die Anwesenden. Und das Streicherensemble der Musikschule Lennetal spielte unter der Leitung von Sebastian Hoffmann – teils auch türkische– Musik. Bektas-Kilic blickte zurück auf die Gründung des Türkischen Elternvereins in Werdohl vor 30 Jahren. 

Und sie blickte in die Zukunft. Für den 23. April 2018 versprach sie die Wiederbelebung des türkischen Kinderfestes, welches bis vor einigen Jahren noch im Festsaal Riesei stattgefunden hatte. Bürgermeisterin Silvia Voßloh rief in Erinnerung: „Wir dürfen nie aufhören, gemeinsam an der Integration zu arbeiten.“ Danach begann der Referent Sak mit seinen Ausführungen. 

Und er warf sogleich den Medien vor, Feindbilder zu schaffen, statt Vorbilder unter den Migranten in Deutschland zu portraitieren. „Es ist normal, unterschiedlich zu sein“, hob er hervor. „Es ist aber nicht normal, gleich zu sein.“ Mehrsprachigkeit sei beispielsweise ein wichtiger kultureller Reichtum in einer globalisierten Welt. Wenn nun Migrations-Kinder trotz gleicher Leistungen in der Schule und auf dem Ausbildungsmarkt nicht dieselben Chancen bekämen, fühlten sie sich „werte- und wertlos“, klagte der Referent an. Gleiches gelte im selben Maße übrigens auch für Kinder aus sozial schwachen deutschen Familien. 

Orientierungslosigkeit der Heranwachsenden

Die Folge sei eine Orientierungslosigkeit dieser Heranwachsenden. „Es gibt Gruppen, die nutzen das Potenzial unserer Jugend für radikal-religiöse Zwecke“, legte Sak den Finger in die Wunde. „Es ist eine Zeitbombe, wenn wir darauf nicht eingehen“, beschwor er seine Zuhörer. Besonders verurteilte der Bundesvorsitzende der Föderation Türkischer Elternvereine die neue Landesregierung: „FDP und CDU regen in ihrem Koalitionsvertrag an, dass Migranten ‘zur Festigung ihrer Integration’ den Namen wechseln beziehungsweise eindeutschen.“ 

Das aber, hob Sak hervor, könne kein Weg sein, wertschätzend miteinander umzugehen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Nach der Rede des prominenten Gastes gab es noch einen gemütlichen Ausklang. Am Büfett kamen die Gäste der Veranstaltung noch in Kleingruppen zusammen und diskutierten miteinander.

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