Besonderes Anliegen

Helmut Rameil und seine Kollegen wollen mit einer Demo auf die Situation der Schwerbehinderten hinweisen.

WERDOHL ▪ Der Kampf der Belegschaft des Werkes Werdohl der ThyssenKrupp Bilstein um eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten der Gruppe oder Werken des Konzerns ist längst nicht entschieden. Erst wenn die vom Betriebsrat geforderte „Werdohler Erklärung“ unterschrieben ist wird man sehen, was erreicht werden konnte.

Gleichwohl hat dieser Kampf von Anfang an einen besonderen Aspekt: Immerhin zwölf der betroffenen 108 Mitarbeiter sind Schwerbehinderte und sogenannte Gleichgestellte, die weniger als 50 Prozent Behinderung haben. Darauf hat am Mittwoch der Werdohler Schwerbehinderten-Obmann Helmut Rameil hingewiesen.

Gerade für dieses Dutzend – beschäftigt in der Schraubenfedernfertigung, Schlosserei im Stahllager oder als Pförtner – sei es besonders schwierig, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, ob nun bei ThyssenKrupp oder auf dem freien Markt. Der Arbeitsmarkt, so weiß Helmut Rameil, gibt da nicht sehr viel her. Die Situation für diese Gruppe im Alter zwischen 41 und 64 Jahren ist daher mehr als prekär, betonte Helmut Rameil.

Da hilft auch die Tatsache wenig, dass diese Mitarbeiter schon lange alte „Brüninghäuser“ sind, die ihren Job zwischen 1976 und 1986 aufgenommen haben. Erschwerend für die zwölf Schwerbehinderten – was ihre Zukunft betrifft – ist die Tatsache, dass wegen der noch ausstehenden „Werdohler Erklärung“ noch kein Sozialplan mit Interessenausgleich auf den Weg gebracht ist. Wie alle anderen Kollegen, so möchten aber auch sie Sicherheit haben.

Um auf ihre besonderen Interessen aufmerksam zu machen, traf sich die Mehrzahl der schwerbehinderten TKB-Mitarbeiter vor dem Werkstor, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen – an einem schwarzen Kreuz samt angezündeter Grubenlampe.

Rainer Kanbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare