Besonderer Geburtstag zu Weihnachten

Am Heiligen Abend feiert Hans Wershoven einen besonderen Geburtstag, immerhin wird er 99 Jahre alt.

WERDOHL ▪ Als er geboren wurde, waren Telefone noch eine Seltenheit – heute sind Fernsehen, Computer und Internet für ihn das normalste der Welt. „Man muss doch was tun, um sich selbst zu unterhalten“, sagt Hans Wershoven mit einer Selbstverständlichkeit, die wiederum besonders ist. Denn Hans Wershoven wird Heiligabend 99 Jahre alt. – Ein besonderer Geburtstag an einem besonderen Tag. Sein hohes Alter merkt man Hans Wershoven nicht an, er spielt gerne Schach, schreibt Gedichte und E-Mails an seine Enkel.

Hans Wershoven wurde 1912 als sechstes von insgesamt sieben Kindern im Örtchen Rotenhohl, das damals noch zu Lüdenscheid gehörte, geboren. „Als die Geschwister gefragt wurden, ob sie lieber einen Bruder oder eine Schwester wollten, wünschten sie sich einen Schlitten“, berichtet Hans Wershoven über die Zeit seiner Geburt. An seine Kindheit kann er sich gut erinnern. Daran, dass es zu Weihnachten gestrickte Strümpfe und Handschuhe für den Bruder gab. „Für mich gab es das auch“, erzählt er, „Die Strümpfe waren das Geburtstagsgeschenk, Handschuhe gab es zu Weihnachten.“

Als er heiratete, zog er nach Herscheid in die Schwarze Ahe. „Mit den Schwiegereltern lebten wir in einem Zimmer“, erinnert sich Hans Wershoven, der mit seiner Familie schließlich nach Eveking in die Bachstraße und 1982 in das Haus seines Sohnes in der Hesmecke zog. 46 Jahre war Hans Wershoven bei der Firma VDM beschäftigt, arbeitete hier als Werksmeister.

Gesangsverein, Angelsportverein, Schützenverein, überall war Hans Wershoven aktiv. Bis ins hohe Alter hat ihn die Bewegung fit gehalten. In Kleinhammer und in Eveking war Hans Wershoven noch bis zum Frühjahr regelmäßig an der frischen Luft unterwegs; hier kennt man ihn. „Kein Alkohol, keine Zigaretten“, nennt er sein Gesundheitsrezept.

Auch die Geschwister sind alle älter als 90 Jahre geworden. „Nur ein Bruder starb schon mit 83“, so der Jubilar, den seine Familie als „ein Kavalier der alten Schule“ zu schätzen weiß.

Im Herscheider Seniorenheim, wo Hans Wershoven seit einigen Monaten lebt, ist er der älteste Bewohner – und der fitteste, auch wenn er auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Hier spielt er Schach und Mundharmonika, verfasst Gedichte, trägt sie vor – und beeindruckt alle, darunter auch Herscheider Schüler, die zu Besuchen ins Seniorenzentrum kommen, mit seinem guten Gedächtnis.

Zu Besuch kommt nicht nur die Familie, sondern auch der Werdohler Posaunenchor, um Hans Wershoven zu seinem Ehrentag ein Ständchen zu bringen. Die Redaktion schließt sich den Glückwünschen an und wünscht Hans Wershoven auch für sein 100. Lebensjahr Gesundheit und alles Gute. - Simone Benninghaus

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