Beschaffungsstau: Freiwillige Feuerwehr in heller Aufruhr

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Wehrleiter Kai Tebrün (links) und Christof Niggemann, Leiter des Löschzuges Stadtmitte, arbeiteten zuletzt Hand in Hand beim Unfall in der Stortelkurve.

Werdohl - Die Freiwillige Feuerwehr in Werdohl ist in heller Aufruhr. Nach eigener Aussage wusste Wehrleiter Kai Tebrün kein Wort davon, dass die Verwaltung der Feuerwehr bereits Anfang Mai einen „überaus desolaten Zustand“ attestierte und die Politik darum bat, mit einer Sofortverfügung von 200.000 Euro einen „Beschaffungsstau“ aufzulösen.

In einer ausführlichen Stellungnahme der Verwaltung von Montagnachmittag heißt es allerdings, dass „in mehreren Gesprächen der Verwaltungsleitung mit dem Wehrleiter und den Löschzugführern und dem Löschgruppenführer die Situation besprochen und dargelegt“ worden sei. 

Die Dringlichkeitsentscheidung vom 4. Mai hatten Bürgermeisterin Silvia Voßloh und der SPD-Fraktionsvoristzende Wilhelm Jansen unterzeichnet. Jansen erinnert sich ganz genau an den Vorgang. Ein paar Tage vorher habe ihn die Bürgermeisterin angerufen und die Angelegenheit erklärt.

Jansen habe den Text der Dringlichkeitsentscheidung angefordert und bekommen. „Ich bin selbstverständlich davon ausgegangen, dass das mit der Wehrleitung abgesprochen war“, sagte Jansen am Montag auf Nachfrage der Redaktion. 

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Auf seine Anregung hin hätten sich am 4. Mai alle vier Fraktionsvorsitzenden in dieser Sache abgestimmt. An diesem Tag gab es eine öffentliche Sitzung des Arbeitskreises Schule, anschließend sei die Dringlichkeitsentscheidung von allen Fraktionen besprochen worden.

Alle hätten zugestimmt, dass die Freiwillige Feuerwehr sofort mit rund 200.000 Euro unterstützt werden müsse. Daraufhin habe Jansen die von der Verwaltung formulierte Dringlichkeitsentscheidung unterschrieben. 

Vorlage aus dem Ordnungsamt 

Es habe auch Einigkeit darüber bestanden, die 200.000 Euro für Ausrüstung, Material und Geräte auf der Stelle aus dem Haushalt freizugeben. Eine reguläre Sitzung gab es in diesen Tagen nicht, die Hauptausschusssitzung am 4. Juni galt dafür als schon zu spät. Jansen: „Ich war sehr erstaunt zu erfahren, dass Wehrleiter Kai Tebrün offensichtlich nichts von dieser Dringlichkeitsentscheidung wusste.“ 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh antwortete am Montag in einer sehr ausführlichen Stellungnahme für die Verwaltung. Der „grundsätzliche Inhalt“ der Dringlichkeitsentscheidung sei Tebrün bekannt gewesen. Ordnungsamtsleiterin Mentzel – direkte Vorgesetzte von Tebrün in der Verwaltung und „mittelverantwortliche Person“ – habe die überplanmäßigen Mittel für die Feuerwehr beantragt.

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