Arche Noah: Spielerisch Sprache lernen

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Luke (6), Joshua (5), Kerem (5, von links) machen zusammen mit Berufspraktikantin Tatjana Malutzki erste Erfahrung mit dem Schreiben auf einer Schreibmaschine. ▪

WERDOHL ▪ „Wo ist denn der Anfangsbuchstabe von deinem Namen, Joshua?“, fragt Tatjana Malutzki. Die Berufspraktikantin im Familienzentrum Arche Noah zeigt auf die elektronische Schreibmaschine vor sich. Ihr fünf Jahre alter Schützling kennt sich schon aus und zeigt auf das „J“.

„Die Schreibmaschine dient dazu, die Kinder spielerisch an die Sprache und das Schreiben heranzuführen“, erklärt Malutzki.

Mit dem Thema Sprachförderung beschäftigte sich die 21-Jährige in den vergangenen drei Wochen intensiv. Denn im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erzieherin gehört es neben der täglichen Arbeit mit den Kindern auch zu ihren Aufgaben, eine Projektarbeit zu erstellen. Am Mittwoch präsentierte sie einigen Eltern die Ergebnisse des Projekts.

Unter dem Oberthema Sprachförderung erarbeitete Malutzki ein Konzept zur Umgestaltung eines Sprachraums in einen sogenannten Literacy-Raum. „Der Begriff Literacy bezeichnet die Lese- und Schreibfähigkeiten der Kinder und den generellen Umgang mit der Sprache“, sagte Malutzki.

In dem Raum sollen die Kinder die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen und zusammen mit ihren Erzieherinnen in spielerischer Atmosphäre zu lernen.

Die Idee für das Projekt kam ihr durch die intensive Beobachtung eines Kindes, das Schwierigkeiten mit der Sprache hat. „Die Langzeitbeobachtung ist ebenfalls Teil meiner Ausbildung und so entstand die Idee, die bereits vorhandenen Fördermöglichkeiten der Kita ausbauen“, sagte Malutzki, die auch nach Feierabend viel Zeit in das Projekt investierte.

Um den Kindern die Sprache symbolisch näher zu bringen, gestaltete sie zum Beispiel eine ABC-Kette und ordnete den einzelnen Buchstaben Lebensmittel zu. „Außerdem haben wir verschiedene Bücher gespendet bekommen, mit denen die Kinder arbeiten können“, erzählte Malutzki.

„Voraussetzung für das Projekt war außerdem, dass die Kinder voll in den Gestaltungsprozess mit eingebunden werden und ihre Ideen einbringen können.“ Bei den Überlegungen habe ein Kind gleich die Idee gehabt, ein Plakat zu gestalten, auf dem die Flaggen der Länder, aus denen die Kinder kommen, aufgemalt sind.

Um den Raum etwas gemütlicher gestalten zu können, stellte die Einrichtungsleitung außerdem Geld zur Verfügung, um zusätzliche Möbel anzuschaffen. ▪ Von Alisa Kannapin

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