Berufsorientierungsmesse geht in die fünfte Runde

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Petra Seuster (Stadt Werdohl), Armin Dzaferovic, Sonja Gebauer und Andreas Haubrichs (von links) stecken in den Vorbereitungen für die fünfte Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei.

Werdohl - Jungen Menschen bei der Suche nach dem passenden Beruf zu helfen, das ist Ziel der Berufsorientierungsmesse (BOM) für Werdohl und Neuenrade. Am 17. September geht die Veranstaltung von 9 bis 15.30 Uhr im Festsaal Riesei in die fünfte Runde.

In vier Wochen endet die Anmeldephase für Unternehmen, die an der Messe teilnehmen möchten. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Bislang haben sich 21 Unternehmen schriftlich angemeldet, vier weitere zeigen ernsthaftes Interesse. In den kommenden vier Wochen besteht für Firmen noch die Gelegenheit, sich einen Stand auf der Messe zu sichern.

„Es ist eine gute Möglichkeit, sich den jungen Menschen ins Gedächtnis zu bringen“, erklärt Armin Dzaferovic von der Arbeitsagentur. Er kümmert sich um die Unternehmen in Werdohl. Das Personalmarketing sei wichtiger den je – auch für kleinere Firmen. Auch wenn manche Messebesucher aufgrund ihres Alters noch nicht als Auszubildende in Betracht kommen, würden sie sich später daran erinnern, schon einmal Kontakt zum Unternehmen geknüpft zu haben.

Viele Fälle hätten in der Vergangenheit gezeigt, dass es vom ersten Kennenlernen auf der BOM zu einem Praktikum und anschließend zur Ausbildung komme, berichtet Sonja Gebauer von der Arbeitsagentur, die die Neuenrader Unternehmen betreut. Junge Menschen in der Region zu halten, sei für den hiesigen Arbeitsmarkt äußerst wichtig.

„Unsere Region ist vom demografischen Wandel besonders betroffen“, erklärt Dzaferovic. Sobald junge Menschen eine Arbeit in großen Städten fänden, kämen sie meist nicht mehr in den Märkischen Kreis zurück: „Uns fehlen Fachkräfte. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern schon nach zwölf.“ Die Unternehmen müssten jetzt die Fachkräfte von morgen für sich gewinnen, um die durch Altersrente auftretenden Lücken zu schließen. Deshalb gehe es auf der BOM auch nicht vorrangig darum, die freien Ausbildungsplätze eines Unternehmens zu besetzen, sondern die einzelnen Branchen vorzustellen und den Jugendlichen damit bei ihrer Entscheidung zu helfen.

Dass es für Betriebe tatsächlich immer schwieriger wird, Interessenten für ihren Berufszweig zu finden, zeigt eine Anfrage eines Hemeraner Unternehmens, das trotz der Entfernung an der BOM teilnehmen möchte, sagt Andreas Haubrichs vom Stadtmarketing Werdohl. Armin Dzaferovic rät den Unternehmen, auch Auszubildende aus dem Betrieb mit zur Messe zu nehmen. Die Kontaktscheu bei jungen Menschen sei geringer, wenn sie sich mit Gleichaltrigen austauschen können.

Aber nicht nur Jugendliche, auch Eltern seien gern auf der BOM gesehen. „Sie spielen oft eine entscheidende Rolle für die jungen Menschen“, weiß Sonja Gebauer. Sie wünscht sich, dass sich mehr kleinere Betriebe aus dem Handwerk sowie Vertreter aus dem Einzelhandel anmelden: „Das fehlt noch ein bisschen.“ Gerade ihnen wollen die Organisatoren entgegenkommen. Oft sei es für kleine Firmen nicht möglich, einen Mitarbeiter einen ganzen Tag lang zu entbehren. Um aber auch diesen Betrieben eine Teilnahme zu ermöglichen, bieten die Organisatoren Kooperationsstände an. Die könnten sich die Interessenten teilen, was dazu führe, dass jeder Einzelne nur ein paar Stunden und keinen ganzen Tag aufbringen müsse.

Anmeldungen werden noch bis zum 16. Mai entgegengenommen. Interessierte Unternehmen finden das Anmeldeformular für die BOM im Internet unter www.bom-mk.de. - Von Jana Peuckert

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