Berufsorientierungs-Mobil in Werdohl

Luis Weimar (l.) und Jan Bahr bedienen eine Maschine, um Einblicke in die Praxis der Metall- und Elektroindustrie zu bekommen.

Werdohl -  Wozu das „InfoMobil“ der Metall- und Elektroindustrie vor ihrer Schule parkt, erklärt schon der Name – da sind sich sechs Jungen aus der Jahrgangstufe neun der Realschule einig. Es geht darum, zu erfahren, ob einer der fast 30 Berufe der Branche für sie in Frage kommt – und wenn ja, welcher? Wie kommt man an den entsprechenden Ausbildungsplatz?

Diplom-Ingenieur Engin Öztürk ist pädagogischer Berater beim Institut der deutschen Wirtschaft. Für den Verband der deutschen Metall- und Elektroindustrie bietet er regelmäßig Einheiten für Schüler in dem Gelenkbus an – so wie Donnerstag und Freitag vor der Realschule.

Das Infomobil soll ein Bindeglied zwischen Schülern und Wirtschaft sein. Eine Bindung zwischen Schule und Betrieben besteht auch nach dem Schulabschluss, wenn die Schüler in einer Ausbildung stecken: beispielsweise – so Thema im Gelenkbus – zum Werkzeug- oder Zerspanungsmechaniker. „In Deutschland gibt es nämlich ein sehr gutes duales Ausbildungssystem“, erklärt Öztürk. Die Realschüler wussten, worauf er hinaus wollte: Auszubildende werden nicht rein schulisch ausgebildet, sondern sind fest in einem Betrieb angestellt und erlernen den Beruf praktisch. „Das ist nur in ganz wenigen Ländern so“, erklärte der Ingenieur, „daher werden in Deutschland viele gute Nachwuchskräfte ausgebildet.“

Welche Produkte und Produktkomponenten aus der Metall- und Elektroindustrie stammen, sollten die Schüler überlegen. „Alles, was aus Stahl oder Alu ist“, lautete ein Vorschlag. Konkretere Beispiele: „Alufolie“, „Teile von Handys“, „Elektrogeräte“. Öztürk gab den Jungen recht, sensibilisierte aber auch. „In vielen Berufen der Metall- und Elektroindustrie geht es nicht nur um das Endprodukt, sondern auch um die Produktionsstraßen, auf denen später Produkte entstehen.“ Ein Beispiel hatte er auch parat: „Ein Werkzeugmechaniker stellt ja kein Werkzeug her, das man im Baumarkt kaufen kann, sondern baut das Werkzeug, auf dem ein Produkt hergestellt wird, also die Maschine.“

Später ging es an die Praxis. Die Schulungsmaschinen standen bereit und der Ingenieur erklärte den 14- und 15-Jährigen, wie die funktionieren. Dann durften die Jungen endlich selbst Koordinaten eingeben, Knöpfe drücken und zusehen, wie die Maschine fräst.

Michael Stemski, zweiter Konrektor der Schule und zuständig für die Berufsorientierung, sagte: „Auch wenn die Schüler schon an die Ferien denken und ein wenig erholungsbedürftig sind, nach dem Termin im Bus werden sie dankbar für all die Informationen und Einblicke sein.“ Das Infomobil komme schon seit Jahren an die Schule und bringe Abwechslung in den Schulalltag, sagte Stemski. Die Realschule gestalte auf diese Weise die Pflicht der Berufsorientierungsangebote aus. Dazu kommen im Rahmen dreier Projekttage Betriebsbesichtigungen in heimischen Unternehmen, Bewerbungstrainings und Beratungsgespräche.

Das Fazit von Anil Cömert aus der Klasse 9b: „Es ist gut, dass die Schule das macht. Wir bekommen Aussichten auf die Zukunft.“ Jan Bahr aus der Parallelklasse 9b weiß längst, dass er „was Technisches“ machen will. Die Projekttage haben ihn darin noch bestärkt.

Von Kristina Köller

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