Bergwaldprojekt: Urlauber pflanzen 1000 Bäume

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Elke Beier schätzt die Arbeit in der Natur.

Werdohl - „Andere gehen wandern, ich lerne die Natur eben auf diese Weise kennen. Das ist Aktivurlaub.“ Sarah Zillig lacht. Sie ist eine der zahlreichen Teilnehmer des Bergwaldprojektes, in dessen Rahmen die Wälder rund um Werdohl schon seit einigen Jahren nachhaltig gepflegt werden.

14 Männer und Frauen waren von Montag bis Freitag oberhalb des Evangelischen Friedhofes an der Landwehr im Einsatz. Betreut wurden sie von Matthäus Holleschovsky, Förster des Bergwaldprojektes, und dem Werdohler Förster Kevin Hauser, Mitarbeiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland, das dem Landesbetrieb Wald und Holz unterstellt ist.

Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und verbrachten eine Woche Urlaub in Werdohl, um Bäume zu pflanzen. „Bäume, die das Ökosystem Wald bereichern“, unterstreicht Hauser. Exakt 1000 Vogelkirschen, Buchen, Hainbuchen, Bergahornbäume und Trauben-Eichen (Baum des Jahres 2014) wurden gepflanzt. Die Eichen wurden zusätzlich mit einem Verbiss-Schutz versehen – ihr Geschmack hat es den Wildtieren ganz besonders angetan.

Durch die Pflanzung der standortheimischen Laubhölzer soll der Wald auch widerstandsfähiger gegen Klimaveränderungen werden. „Wir wollen den Wald für nachfolgende Generationen erhalten. Jeder soll seinen Beitrag leisten“, betont Hauser.

Gesponsert wurden die Bäume und die schützenden Hüllen für die Eichen von der DB Vertrieb GmbH, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG. Spätestens ab 8 Uhr waren die Männer und Frauen im Wald im Einsatz. Gearbeitet wurde – mit Pausen – bis gegen 18 Uhr. Die „Urlauber“ wohnten auf dem Ferienhof Aschey, für ihr leibliches Wohl sorgte ein Koch des Bergwaldprojektes.

„Unsere Teilnehmer haben ganz unterschiedliche Beweggründe“, sagt Holleschovsky. Sarah Zillig zum Beispiel war noch nie in Werdohl, hat aber bereits mehrmals am Projekt teilgenommen – im Harz, in Thüringen und drei Mal in der Schweiz. „Ich finde das Ökosystem Wald faszinierend“, erzählt sie. Zudem sei das Klima in der Gruppe ein besonderes und sehr angenehm. Auch Elke Beier schätzt die Arbeit im Wald ganz besonders.

Nicht nur Holleschovsky und Hauser freuen sich über die Einsatzbereitschaft der Männer und Frauen. Auch Bürgermeister Siegfried Griebsch, der den freiwilligen Waldarbeitern einen Besuch abstattete, ist dankbar: „Wir bleiben auf jeden Fall dabei. Etwas besseres kann den Werdohler Wäldern nicht passieren.“

Das bestätigte auch Frank Bossong, der die Gruppe ebenfalls besuchte. Der ehemalige Werdohler Förster arbeitet heute als Arbeitslehrer beim Landesbetrieb Wald und Holz in Neheim und hat einst dafür gesorgt, dass das Bergwaldprojekt auch in Werdohl stattfindet. „Ich war 2007/2008 selbst Projektteilnehmer in der Nähe von Oberstdorf. Nach Kyrill kam mir dann die Idee, das Bergwaldprojekt auch hier zu starten“, erinnert er sich.

„Das Projekt ist sehr gut gelaufen. Die Teilnehmer waren alle zufrieden und es hat ihnen Spaß gemacht“, zieht Hauser Bilanz. Am Freitag fand eine Abschlussexkursion statt, am Samstag reisen die Urlauber ab. Der Werdohler Förster war zum ersten Mal an dem Projekt beteiligt und zeigt sich ebenfalls zufrieden. Ende Mai soll ein weiteres Pflegeprojekt anlaufen. - Von Carla Witt

Das Bergwaldprojekt bringt allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 1400 Menschen in den Wald. In diesem Jahr sind 85 Projektwochen an 40 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland geplant: www.bergwaldprojekt.de

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