Go Music Reihe: Unvorherhörbare Stimme

Unverkennbar mit Stimme und Aussehen: Gil Edwards. - Foto: Krumm

Werdohl - Wer auch immer auf der Internet-Seite giledwards.com schrieb, es sei „ein Muss“ diesen Musiker zu erleben, hat so Unrecht nicht. Schon das Äußere von Gil Edwards verspricht einen außergewöhnlichen Menschen.

Und auch die Lebensgeschichte lässt aufhorchen: Geboren 1953 in Medford (Oregon), USA, mehr als 30 Jahre Bühnenerfahrung, weltweite Abenteuerlust und ein Ort der Ruhe, der weitab liegt von seiner amerikanischen Heimat: Ålesund in Norwegen, wie der ihn zurecht preisende Martin Engelien nicht müde wurde, Edwards Land der Wahl zu erwähnen. Der Bassist hatte zum Finale der „Go Music“-Reihe 2014 noch weitere exzellente Musiker mitgebracht: Neben Gil Edwards (Gesang und akustische Gitarre) präsentierten Thomas Blug (Gitarre) und Wolf Simon (Schlagzeug) dem Publikum im ausverkauften Alt Werdohl ein bemerkenswertes Konzert.

Laut und lyrisch, rauh und herzlich, „schmutzig“ und sanft, äußerst präsent, wandlungsfähig und vor allem zu allem entschlossen: Gil Edwards brachte eine Stimme mit, die tatsächlich das erfüllte, was Martin Engelien gerne mit seiner Wortneuschöpfung „unvorherhörbar“ beschreibt. Ob allein mit der Gitarre in der Hand wie bei Willie Dixons Bluesklassiker „Hoochie Coochie Man“ und dem „Welfare Blues“ oder gemeinsam mit den anderen Musikern – immer ließ Edwards Gesang die Klassiker ganz frisch erklingen. Großartig wie die Musiker den „Joker“ der Steve Miller Band zum Improvisieren nutzten, wie Gil Edwards den Klassiker „Gloria“ als robuste, aber herzliche Liebesgeschichte „erzählte“ – ebenso Uriah Heeps „Lady in Black“, dessen schlichtere Textpassagen im Chor zu singen auch das Publikum aufgerufen war. „Born to be Wild“ verkündete Gil Edwards sein Lebensmotto, das gut zum Harley-Davidson-Logo auf seinem Shirt passte.

Solche Lebenslust ließ auch Martin Engelien auf die Mauer steigen, die normalerweise das Publikum von „Pöngses Wohnzimmer“ trennt – nicht ohne seinen Bass in den Modus „grüne Leuchtpunkte“ hochzuschalten. Gitarrist Thomas Blug lieferte sich immer wieder prächtige Duelle E- gegen akustische Gitarre mit Gil Edwards, und Wolf Simon zeigte am Schlagzeug, dass er ein Meister dieses Instruments ist. All das gepaart mit viel Spielfreude – die Reihe „Go Music“ macht schlicht und einfach Spaß.

Martin Engelien lud zum nächsten Konzert im Alt-Werdohl im Februar ein und Gil Edwards zu einem Barbecue - bei sich. Allzu viele Besucher aus Werdohl werden wohl nicht kommen: Auf 20 Stunden, acht Minuten schätzt der Routenplaner die Fahrzeit auf der 1745 Kilometer langen Strecke.

- Von Thomas Krumm

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