Schäferhund stört die Ruhe im Haus Versetal - Stadt greift ein

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Heimleiter Ulrich Valbert hält sich die Ohren zu, Pflegedienstleiterin Susanne Thöne zeigt mit dem Finger in Richtung der Autowerkstatt, die direkt unterhalb des Seniorenheims Haus Versetal liegt. Die Bewohner werden von andauerndem Gebell gestört.

Werdohl - Seit Jahren stört ein Schäferhund die Ruhe am unteren Pungelscheider Weg. Der Wachhund einer Autowerkstatt bellt Tag und Nacht, vor allem die Bewohner der Alteneinrichtung Haus Versetal fühlen sich schwer belästigt. Seit dem Sommer erhebt Pflegedienstleiterin Susanne Thöne auch Vorwürfe gegen das Ordnungsamt, obwohl die Stadt bereits Maßnahmen gegen den Hundebesitzer ergriffen hat.

Die Stimmung unter den Anliegern am Rutenpaul und am unteren Pungelscheider Weg scheint aufgeheizt, unter der ewig bellenden Hündin leidet die Nachbarschaft. Von der Härte der Auseinandersetzung ist auch Bürgermeisterin Silvia Voßloh erstaunt, die voll im Thema ist und die Situation kennt: „Es ist erschreckend, was im Gespräch ganz offen an Verdächtigungen Beteiligten gegenüber geäußert wurde.“

Der sachliche Teil der Geschichte ist schnell erzählt. Der Hund des Besitzers der Autowerkstatt direkt unterhalb der Alteneinrichtung bellt tagsüber jeden Menschen an, der nur in einiger Entfernung vorübergeht. Der Hund bellt manchmal eine dreiviertel Stunde, beim zufälligen Besuch im Haus Versetal ist das Gebell deutlich wahrnehmbar.

Lebendige Alarmanlage

Der Besitzer macht keinen Hehl daraus, dass er das Tier als lebendige Alarmanlage hält: „Er schlägt an, wenn jemand hinter die Werkstatt geht.“ Die Schäferhündin hat einen Stammbaum und heißt demnach „Hummel“. Sie wird von ihrem Besitzer allerdings „Sis“ genannt, was auf türkisch – sehr passend – „Ton“, „Schall“ oder „Stimme“ bedeutet.

„Sis“ lebt auf dem Betriebsgelände in einem Zwinger. Bis vor dem Einschreiten des Ordnungsamtes blieb die Hündin auch nachts im Zwinger und bellte deutlich vernehmbar bei jeder Gelegenheit und auch gern in die nächtliche Stille. Anwohner am Rutenpaul und Bewohner vom Haus Versetal fühlen sich gestört und beschwerten sich bei der Stadt.

Pflegedienstleiterin Susanne Thöne, die mit ihrem Mann im Haus Versetal wohnt, machte sich zum Motor der Beschwerden, rief die Polizei, sammelte Unterschriften, führte ein Lärm-Protokoll und sprach mit Bewohnern und Anwohnern. 

Schutz der Persönlichkeitsrechte

Thöne wirft der Stadtverwaltung vor, nichts getan zu haben und die Bewohner mit ihren Sorgen nicht ernst zu nehmen. Bürgermeisterin Vossloh spricht hingegen von einem „zügigen Verfahren“ ihrer Behörde und kann keine Fehler erkennen. Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel verweist allerdings auf den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte des Hundebesitzers. Die Situation am Pungelscheider Weg sei umfassend geprüft und beurteilt worden, gegen den Hundebesitzer seien Maßnahmen ergriffen worden, die ihm aktuell zugestellt würden. Mehr dürfe sie nicht sagen, auch gegenüber den Beschwerdeführern nicht.

Der Pflegedienstleiterin sei dies genau so mitgeteilt worden, sagte Bürgermeisterin Voßloh: „Wir dürfen Frau Thöne aus Gründen des Persönlichkeitsrechts nicht sagen, welche Maßnahmen wir in dieser Sache ergriffen haben. Das weiß sie auch.“

Bald stärkere Maßnahmen

Während Heimleiter Ulrich Valbert im Gespräch mit unserer Redaktion Beobachtungen schildert („der bellt wie ein Irrer, nachts, Sonntagmorgens, immer“), aber sich mit Verdächtigungen und Anschuldigungen zurückhält, reagiert seine Pflegedienstleiterin emotional. Da der Baubetriebshof städtische Fahrzeuge in der Autowerkstatt des Hundehalters reparieren lasse, vermutet sie eine gegenseitige Begünstigung.

Thöne zählt vieles auf, was sich abstrus anhört und nahe an einer Verleumdung ist. – „Ich kenne alle Gerüchte und Verdächtigungen und bin erschrocken darüber“, kommentiert dies Bürgermeisterin Voßloh.

Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass der Hund schon seit Jahren die Nachbarschaft stört. In ersten gütlichen Gesprächen erwirkte man, dass der Zwinger umgesetzt wurde und der Hund nachts in der Werkstatt gehalten werden soll. Das scheint aber nicht ausreichend gewesen zu sein, der Hundebesitzer dürfte in diesen Tagen mit stärkeren Maßnahmen belegt werden.

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