Rettungsaktion läuft an

Beliebtes Wochenend-Café im MK nach Hochwasser komplett zerstört

Fassungslos blickt Veronika Deichmann in ihr ehemaliges Wohnzimmer. Das Eichenparkett musste herausgerissen werden, um die antiken Möbel steht es schlecht. Der Wasserstand ist an den Wänden abzulesen.
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Fassungslos blickt Veronika Deichmann in ihr ehemaliges Wohnzimmer. Das Eichenparkett musste herausgerissen werden, um die antiken Möbel steht es schlecht. Der Wasserstand ist an den Wänden abzulesen.

Neun Jahre betrieb Veronika Deichmann die beliebte „Dreseler Kaffeedeele“, bis das Hochwasser am 14. Juli die komplette untere Etage samt privatem Wohnzimmer und Küche sowie Innenhof, Garten und Auto zerstörte.

Tochter Antje Deichmann hat jetzt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder eine Rettungsaktion für das Wochenend-Café eingerichtet. Veronika Deichmann möchte – sobald es geht und ihre Kräfte es zulassen – ihr Café wieder zum Leben erwecken: „Ich hänge sehr daran und ich habe so viele nette Gäste.“

Mehr als zwei Wochen nach der Katastrophe kommen der Frau immer noch mal kurz die Tränen hoch, wenn sie sich das 200 Jahre alte Hofgebäude mit der Adresse Dresel 1 anschaut. Eigentlich hätte sie am Samstag mit ihrer Familie ihren 75. Geburtstag feiern wollen, doch in der unteren Etage laufen die Trocknungsgeräte.

Der Gastraum der Dreseler Kaffeedeele kurz nach dem Hochwasser. Ein großer Teil des Inventars ist nicht mehr zu gebrauchen.

Viele Antike Möbel und Einrichtungsgegenstände

Veronika Deichmann stammt aus Hagen, ihr Mann Arnold aus dem friesischen Jever. Das Ehepaar kaufte im Jahre 1984 den urigen Hof der Familie von der Crone ab und zog dort ein. Der heute 84-jährige Arnold Deichmann stattete das Haus im Laufe dieser 36 Jahre mit vielen antiken Möbeln und schönen alten Einrichtungsgegenständen aus. Seit neun Jahren betreibt Veronika Deichmann in diesem charmanten Ambiente ihr kleines Café. Geöffnet war nur an den Nachmittagen der Wochenenden und an Feiertagen. Die selbst gemachten Kuchen und Torten und der Kaffee in gediegener Atmosphäre fanden über viele Jahre treue Fans.

Dabei liegt der Hof wie ein Kleinod direkt an der stark befahrenen B 236, im Rücken das Gewerbegebiet. Unmittelbar angrenzend ist zum Beispiel die ehemalige Tennishalle in Dresel, die von der ebenfalls massiv überfluteten Härterei Kirchhoff genutzt wird.

Kaffeedeele von Hochwasser total zerstört

Die beliebte Kaffeedeele in Werdohl-Dresel wurde durch das Hochwasser komplett zerstört.
Die beliebte Kaffeedeele in Werdohl-Dresel wurde durch das Hochwasser komplett zerstört.
Die beliebte Kaffeedeele in Werdohl-Dresel wurde durch das Hochwasser komplett zerstört.
Die beliebte Kaffeedeele in Werdohl-Dresel wurde durch das Hochwasser komplett zerstört.
Kaffeedeele von Hochwasser total zerstört

Wasser und Schlamm in unvorstellbaren Mengen

„Seit 36 Jahren hatten wir kein Wasser im Haus, selbst nicht im Gewölbekeller“, erinnert sich Veronika Deichmann. Die Lage des Hofes in einer Art Wanne führte dazu, dass ab Mittag Wasser und Schlamm in unvorstellbaren Mengen von der Straße aus in Haus und Hof gedrückt wurden. Veronika Deichmann war von der Flut überrascht: „Ich hatte noch den Baiser im Ofen, da flog die Sicherung raus.“ Versuche, noch wenigstens irgendwas zu retten, mussten schnell aufgegeben werden. Das Ehepaar flüchtete in die obere Etage, wo es Schlafzimmer und Bad gibt. Zum Glück ist dort auch eine eigene Stromversorgung, während unten im Wohnzimmer, in der Küche und im Café-Bereich der Schlamm unter Strom stand. Das THW versorgte die beiden mit Verpflegung, die im Korb nach oben gezogen wurde.

Die Hilfsbereitschaft aus der Nachbarschaft war riesig, nach dem Besuch des Bürgermeisters kamen auch die Pfadfinder mannstark zum Aufräumen. Der Schlamm musste mit einem Radlader weggeschoben werden. Sogar Freiwillige aus Olpe standen vor dem Hof und packten mit an.

Veronika Deichmann zeigt auf die Schlammspuren im Garten mitsamt Laube, in der sie seit neun Jahren ihre „Dreseler Kaffeedeele“ betreibt. Das Hochwasser hatte nicht nur das Wochenendcafé, sondern auch die komplette untere Etage des 200 Jahre alten Hofes zerstört.

Soforthilfe ist beantragt

Die Eheleute klagen nicht und tun sich eher schwer damit, etwas anzunehmen. Versichert gegen die Hochwasserschäden sind sie nicht. Soforthilfe ist deshalb beantragt. Beide sind schon lange in Rente, das Café war ein arbeitsintensives Hobby. Die ganze Familie hat aber das Interesse, die Deele wieder zu eröffnen.

Ausschließlich für diesen Zweck hat Tochter Antje Deichmann folgendes Spendenkonto eingerichtet: Iban DE4345851020 0072 7593 35.

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